Gefahr der Auslagerung besteht nur für gewisse Segmente

Das St. Galler Traditionsunternehmen Flawa verlagert einen Grossteil der Produktion ins Ausland - aber nicht nur aus Kostengründen. Andere Ostschweizer Unternehmen haben diesen Schritt bereits gemacht. Die regionale IHK gibt aber Entwarnung.

Letzte Woche wurde bekannt, dass das St. Galler Industrie- und Handelsunternehmen Flawa aus Flawil die Herstellung von Watteprodukten und Stilleinlagen nach Polen verlagert. Es geht um rund 100 Arbeitsplätze.

Für Flawa waren vor allem die Lohnkosten entscheidend. Ausserdem wollte man näher an den Kunden sein und bestehende Märkte weiter erschliessen - da sei ebenfalls Osteureuropa im Vordergrund gestanden, erklärt Flawa Geschäftsführer Niklaus Knüsel in der Sendung «Regionaljournal Ostschweiz».

Starker Franken als Beschleuniger

Arbeitsplatzverlagerungen von der Ostschweiz ins Ausland habe es immer gegeben. Früher war dies insbesondere in der Textilbranche der Fall, sagt Kurt Weigelt, Direktor der Industrie- und Handelskammer St. Gallen-Appenzell. Die Textilfirmen hatten sich leise aus der Ostschweiz verabschiedet. Heute stünden aber insgesamt mehr Arbeitsplätze zur Verfügung als noch vor ein paar Jahren.

Besonders arbeitsintensive, geringqualifizierte Arbeitsplätze würden ins Ausland verlagert und der starke Franke sei ein Beschleuniger. Dieser habe das Problem kurzfristig akzentuiert. Weitere Verlangerungen seien demzufolge auch vom Franken abhängig.