Glarner Landrat behält Hoheit über Aktienkapital der Kantonalbank

Wenn die Glarner Kantonalbank ihr Aktienkapital erhöhen möchte, muss dies weiterhin vom Parlament, dem Glarner Landrat, genehmigt werden. Die Regierung hätte dies gerne geändert, ein Antrag der SP mit Unterstützung der Grünen und der SVP verhinderte dies jedoch.

Zudem kann die Glarner Kantonalbank in Zukunft eine höhere Dividende ausschütten. Statt maximal 45 können bis zu 60 Prozent eines Jahresgewinns an die Aktionäre ausbezahlt werden. Dieser und anderen Änderungen stimmte der Glarner Landrat zu. Das letzte Wort hat aber die Landsgemeinde.
Die Änderung der Gewinn-Ausschüttungspraxis ist laut der Glarner Regierung eine Folge der Publikumsöffnung der Bank, die im Juni letzten Jahres mit dem Börsengang abgeschlossen wurde. Ausserdem sei mit der Erhöhung der Ausschüttungsquote den Erwartungen der Anleger entsprochen worden.
Zugestimmt wurde im 60-köpfigen Glarner Kantonsparlament einer weiteren wichtigen Änderung. Die Einschränkung des Personenkreises, der im Verwaltungsrat der Bank Einsitz nehmen darf, wird aufgehoben. Neu sollen auch Personen aus der Finanzbranche ihr Fachwissen in den Verwaltungsrat einbringen können.

Wieder in der Erfolgsspur

Die Glarner Kantonalbank ist nach einer verfehlten Expansionspolitik mit grossen Verlusten wieder in ruhigere Gewässer gekommen, und sie ist erfolgreich: Das Institut steigerte den Gewinn letztes Jahr um über einen Fünftel auf 15,7 Millionen Franken. Die Kundengelder wuchsen erstmals auf über 3 Milliarden Franken, die Bilanzsumme legte um fast 12 Prozent auf 4,5 Milliarden Franken zu.