Glarus und Graubünden fallen in der Stipendien-Statistik auf

Durchschnittlich wurden in der Schweiz 2012 knapp 38 Franken pro Einwohner für Stipendien ausgegeben. Zwischen den Kantonen bestehen jedoch grosse Unterschiede. Der Kanton Glarus zahlt im kantonalen Vergleich fast am wenigsten für Stipendien. Graubünden fast am meisten.

Zwei Männer platzieren Kartonkisten mit den gesammelten Unterschriften. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Um das Stipendienwesen zu harmonisieren hat der Verband der Schweizer Studierendenschaften eine Initiative eingereicht. Keystone

Die grossen Unterschiede zwischen den Kantonen bei den gesetzlichen Regelungen der Stipendien werden immer wieder kritisiert So hat der Verband der Schweizer Studierendenschaften eine Initiative eingereicht, welche die Harmonisierung des Stipendienwesens fordert.

Anfang 2013 trat zudem ein Harmonisierungs-Konkordat von 13 Kantonen in Kraft, welches diese Unterschiede verkleinern soll. Die Ostschweizer Kantone Graubünden, Thurgau, Glarus und Appenzell Ausserrhoden gehören dem Konkordat bereits an. In St. Gallen wird über einen Beitritt diskutiert.

Glarus zahlt 16 Franken

Der Vergleich zwischen den Kantonen wurde für das Jahr 2012 durchgeführt und in Glarus wurde pro Einwohnerin und Jahr nur 16 Franken gezahlt. Bei einem schweizweiten Durchschnitt von knapp 38 Franken. Die Glarner Regierungsrätin Christine Bickel ist jedoch nicht alarmiert: «Wir haben dies bereits 2011 festgestellt und 2012 der Landsgemeinde ein neues Stipendien-Gesetz vorgelegt». Das Gesetz sei dieses Jahr in Kraft getreten und daher solle Glarus im nächsten Vergleich zwischen den Kantonen wieder im Mittelfeld liegen.

Graubünden zahlt 70 Franken

Im Kanton Graubünden wurden 2012 fast 70 Franken pro Einwohner für Stipendien ausgegeben. Der Grund liege in der Geografie, sagt Pino Dettli, der Leiter der Abteilung Finanzen und Controlling des Erziehungs-, Kultur- und Umweltschutzdepartements. «Wir haben viele Täler und abgelegene Gemeinden und in diesen Tälern praktisch keine oder nur wenig Bildungsangebote. Folglich müssen unsere Studierenden nach Chur oder an die Universitäten in Zürich oder St. Gallen gehen. Dadurch entstehen automatisch höhere Kosten».

Das heisst aber nicht, dass Bündner Studierende mehr Geld bekommen. «Wir zahlen nicht mehr Stipendien pro Person, aber wir zahlen an mehr Personen.», erklärt Detti gegenüber der Sendung «Regionaljournal Ostschweiz» von Radio SRF.

Die anderen Ostschweizer Kantone

Die anderen Ostschweizer Kantone zahlten 2012 ebenfalls unterschiedliche Beträge für Stipendien. Der Kanton Thurgau zahlte 30 Franken, St. Gallen etwas über 25 Franken, Appenzell Innerrhoden 50 Franken und Appenzell Ausserrhoden 32 Franken.