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Grosser Rat Thurgau Thurgauer Politik uneinig über Betreuung von Kleinkindern

Legende: Audio Debatte um ausserfamiliäre Kinderbetreuung abspielen. Laufzeit 04:29 Minuten.
04:29 min, aus Regionaljournal Ostschweiz vom 09.01.2019.

Im Grossen Rat des Kantons Thurgau wurde heute viel über die Kleinkinderbetreuung debattiert. Es drehte sich um die Frage: Wie schädlich ist die ausserfamiliäre Betreuung von Kindern unter drei Jahren? Bei dieser Frage gingen die Meinungen auseinander.

Ausgangspunkt der Debatte war ein Vorstoss, der eine Aussage des Zürcher Psychologieprofessors Guy Bodenmann aufnahm: Ein Krippenbesuch sei erst nach zwei oder drei Jahren «ideal». Dann habe das Kind bereits eine sichere Bindung zu seinen primären Bezugspersonen aufgebaut. Die frühe Kita-Betreuung trage wesentlich dazu bei, dass heute 45 Prozent der Kinder als bindungsunfähig gelten, heisst es im Vorstoss.

Steuerliche Entlastung gefordert

Laut Andrea Vonlanthen von der SVP ist deshalb die ausserfamiliäre Betreuung von Kleinkindern problematisch und deshalb müssten Anreize für Familien geschaffen werden, ihre kleinen Kinder zu Hause zu betreuen. Denkbar seien steuerliche Entlastungen.

Nach diesem Votum ergab sich eine längere Debatte über die Betreuung von Kleinkindern. Während einige Politker die Wichtigkeit der Bindung zur Mutter oder dem Vater hervorhoben, betonten auf der anderen Seite einige Redner die Wichtigkeit von ausserfamiliären Kontakten für die Entwicklung.

Regierung sieht kein Handlungsbedarf

Die zuständige Regierungsrätin, Monika Knill, betonte in ihrem Schlussvotum, dass es nicht eine Sicht auf dieses vielschichtige Problem gebe. Sie gab aber zu, dass der Kanton insgesamt mehr «Massnahmen im Bereich der ausserfamiliären Betreuung als im Bereich der innerfamiliären Betreuung» trifft. Dies stelle «jedoch keine Bevorzugung der ersten Betreuungsart dar, sondern folgt aus der Grundhaltung, dass die weitgehend intakt funktionierende, innerfamiliäre Erziehung im Verantwortungsbereich der Eltern verbleiben und von staatlicher Beeinflussung möglichst frei bleiben soll», so die Regierungsrätin Monika Knill.

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