Häuser aus Papier für Flüchtlinge?

Der Thurgauer Architekt Fredy Iseli ist für sein neuartiges Hausbausystem mit einem europäischen Umweltpreis ausgezeichnet worden. Der 60-Jährige setzt aber nicht nur auf Ökologie. Sein neuartiges Leichtbauverfahren könnte auch für die Errichtung von neuen Flüchtlingsunterkünften angewendet werden.

Fredy Iseli revolutioniert mit seinem Bauwabenverfahren das Bauwesen. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Fredy Iseli aus Uttwil revolutioniert mit seinem Bauwabenverfahren das Bauwesen. SRF

Fredy Iseli will mit seinem Bauverfahren das Bauwesen revolutionieren. Der 60-jährige setzt auf Waben aus Altpapier. Diese werden mit Zement überzogen und mit Holzplanken zu grossen Bauelementen verarbeitet. Das Verfahren nennt sich «Ecocell» und funktioniert im Baukastensystem. «Mit diesem System könnten wir schnell und flexibel Tausende Unterkünfte für Flüchtlinge bauen.» Noch aber hat er keinen konkreten Auftrag von den Behörden erhalten.

Schneller und ökologischer

«Wir fabrizieren die Bauelemente am Fliessband. Für die Montage brauchen wir nur ein paar Tage», sagt Fredy Iseli. Der Kern besteht aus Waben, die aus Recyclingpapier hergestellt werden. Weil dieser Rohstoff nachhaltig ist und die CO2-Bilanz besser ausfällt als für die Produktion von Ziegelsteinen, hat der Thurgauer Architekt den bedeutenden europäischen Umweltpreis «GreenTec Award» in Berlin gewonnen.

SRF1, Regionaljournal Ostschweiz, 17:30 Uhr