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Auftritt der Band «Hermann» ins Wasser gefallen
Aus Rock Special vom 02.08.2018.
abspielen. Laufzeit 01:47 Minuten.
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Heftige Gewitter in Arbon «Regenwand kam uns frontal entgegen»

Die Gewitter von gestern Abend trafen die Ostschweiz teilweise heftig. In Arbon am Bodensee musste sogar das «Heizwerkfestival» abgebrochen werden. So konnte der Auftritt von Hauptact Züri West gar nicht stattfinden. Für die Vorband Hermann aus Luzern war beim vierten Lied Schluss – Band, Bühne und Equipment standen unter Wasser.

Jonathan Winkler

Jonathan Winkler

Sänger und Gitarrist der Band «Hermann»

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Jonathan Winkler ist der Kopf der Luzerner Band «Hermann». Er bezeichnet den Stil der Band als «alternativen Mundart-Pop». Ihr bekanntester Song heisst «Plakat» und läuft regelmässig auf SRF3.

SRF News: Jonathan Winkler, ihr seid gestern in Arbon auf der Bühne gestanden als das Gewitter losging. Wie habt ihr diesen Moment erlebt?

Jonathan Winkler: Unser Auftritt begann um 19:30 Uhr, da hat es leicht getröpfelt. Beim dritten Stück begann der Regen heftiger zu werden und auf einmal war das Gewitter da. Starker Regen, heftiger Wind, zahlreiche Blitze. Auf der Bühne kam uns der Regen frontal entgegen – eine richtige Regenwand. Wir konnten nicht mehr spielen und mussten mitten im Stück abbrechen.

Bühne mit diversen Boxen und Wasser auf dem Boden.
Legende: Die durchnässte Bühne in Arbon nach Abbruch des Konzert. ZVG

War euch sofort klar, dass ihr das Konzert ganz abbrechen müsst?

Ja. Wir waren alle total durchnässt. Wir hätten auch in den Bodensee springen können und wären ähnlich nass geworden.

Wir hätten auch in den Bodensee springen können und wären ähnlich nass geworden.
Autor: Jonathan WinklerSänger und Gitarrist «Hermann»

Der Techniker von Züri West kam auch gleich auf die Bühne und sagte: «Giele hööred uuf, das bringt nüd». Danach ging es nur noch darum, das Material zu retten. Der Wind war so stark, dass wir Beleuchtungselemente zu viert festhalten mussten.

Nasses und zerknittertes Büchlein mit den Noten der Songs der Band.
Legende: Ans Spielen war nicht mehr zu denken: Stageguide und Setlist der Band nach dem Gewitter ZVG

Wie hat das Publikum reagiert?

Zuerst nahmen viele die Regenmäntel hervor. Als es heftig wurde – das war zirka 19:45 Uhr – brachten sich die Leute in Sicherheit und das Konzertgelände war auf einen Schlag leer.

Vier Männer stehen vor einer Konzertbühne.
Legende: Da war die Welt noch in Ordnung: Die Band Hermann vor dem Auftritt vor der Open-Air-Bühne. ZVG

Hattet ihr Angst?

Angst nicht, aber es war ein komisches Gefühl. Wir wurden eine halbe Stunde richtig geduscht. Jetzt sind wir vor allem enttäuscht, dass der Auftritt buchstäblich ins Wasser fiel. Es war das Konzert, auf das wir uns seit langem am meisten gefreut hatten. Cooles Gelände, sympathische Veranstalter, Vorband von Züri West und vor der Sintflut viele Leute vor der Bühne. Es hätte richtig gut werden können.

Gewitter Arbon: Viel Regen in wenigen Stunden

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Das Gewitter, welches das Festival in Arbon getroffen hat, ist über dem Bodensee entstanden. Gemäss Gaudenz Flury von SRF Meteo kam die Gewitterfront von Romanshorn her in Richtung Arbon. Das Gewitter entlud sich zwischen 19:45 und 20:15 Uhr, danach habe es bis nach Mitternacht weiter geregnet. Innerhalb kurzer Zeit fielen 70 Millimeter pro Quadratmeter. Das entspricht mehr als der Hälfte der Regenmenge, die sonst normalerweise in einem Sommer-Monat fällt.

Karte mit der eingezeichneten Ortschaft Arbon.
Legende: In Arbon (TG) fand der Auftritt von «Hermann» beim «Heizwerkfestival» ein jähes Ende. SRF

Das Gespräch führte Raphael Prinz

Video
Hermann mit «Plakat»
Aus Deville vom 20.10.2017.
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11 Kommentare

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  • Kommentar von jean-claude albert heusser  (jeani)
    Gewitterfront wurde ja vorgesagt! Das sollte für unsere "24offline Handy Generation" ja wohl kein Problem sein?
    1. Antwort von W Streuli  (Wernu)
      ®Herr J.C.Albert, Sie meinten wohl die 24 online Handy Generation :-), im Fachjargon auch bekannt als die dogmatisierte realitätsentrückte Generation.Ich vermute mal bei den Festbesucher,wie auch den Organisatoren war die Wetter App noch nicht so bekannt
  • Kommentar von Samuel Müller  (Samuel Müller)
    Seit der Regenradar von Meteoschweiz dermassen einfach von jedermann überall abrufbar ist müsste es nicht mehr sein, dass es Veranstaltungen „unvorbereitet“ trifft. Man sieht eigentlich immer eine schwarze Wand aufziehen und zumindest einige Minuten vorher herrscht im Normalfall starker Wind. Wenn der Wind von der Wand her kommt, dann spätestens ein Blick auf den Radar.
  • Kommentar von Rudolf Glättli  (rgl)
    1 Milliliter ist 1/1000 Liter, ein Tausendstel von einem Liter. Worauf nehmen ihre 70 Milliliter Bezug?
    1. Antwort von SRF News (SRF)
      Danke für Ihren Hinweis.
    2. Antwort von Mike Mitter  (Mike Mitter)
      Ist leider immer noch falsch. 70 Milliliter sind 0.7 Liter pro Quadratmeter. Also ein halbes Wasserglas. Richtig wäre 70 Millimeter pro Quadratmeter. Das wären dann umgerechnet 70 Liter pro Quadratmeter, was einer Badewanne voll Wasser entspricht.
    3. Antwort von SRF News editor
      Nicht unser Tag heute, was das Wetter angeht. Deshalb: Danke für Ihre Geduld und Ihren Input!
    4. Antwort von B. Kilchör  (B.K.)
      Die korrigierte Version stimmt allerdings auch nicht. 70 Mililiter ist nicht einmal ein halbes Glas Wasser pro Quadratmeter? Üblicherweise wird Niederschlag ja in Milimetern pro Quadratmeter angegeben. 70 Milimeter wären dann 70 Liter pro Quadratmeter.
    5. Antwort von SRF News editor
      Es ist eindeutig zu heiss. :-) Danke! Wir haben es nochmals angepasst in der Hoffnung, dass es jetzt stimmt.
      Vielen Dank
    6. Antwort von Sancho Brochella  (warum?)
      @diverse: Die Millimeter-Angabe bei Regen benötigt keine zusätzliche Flächenangabe (sie ist absolut die Höhe der Wassersäule). Gibt man den Regen in Litern an, benötigt es die dazugehörende Flächenangabe, i.d.R. Liter und Quadratmeter. 1 Liter/m2 entspricht dabei 1mm Wassersäulenhöhe.
    7. Antwort von SRF News editor
      Vielen Dank!
      Selten so viel über die Regenmessung gelernt wie heute.