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Ostschweiz Heiden: Bevölkerung traut Spitalverwaltungsrat nicht

Die Fronten an einer Informationsveranstaltung zum Spital Heiden waren klar: Die Bevölkerung unten im Kursaal Heiden gegen die Entscheidungsträger oben auf dem Podium. Die Antworten auf brennende Fragen vermochten die aufgeladene Stimmung nicht zu beruhigen. Nun gibt es einen Protestmarsch.

Publikum im Kursaal Heiden
Legende: Über 400 Personen wollten im Kursaal über das Spital Heiden diskutieren. SRF/Philipp Gemperle

Im bis auf den letzten Platz gefüllten Kursaal in Heiden fanden sich viele beunruhigte und verärgerte Bürgerinnen und Bürger ein. Sie können nicht verstehen, dass die Chirurgie am Spital Heiden geschlossen wird. Hausarzt Teddy Kaufmann kündigte an, dass am Sonntag in einer Woche ein Protestmarsch nach Herisau geplant sei, um zu zeigen, dass «der Weg dorthin weit ist».

Fehlende Transparenz

Bei Fragen aus dem Publikum wurde unter anderem die fehlende Transparenz des Spitalverbundes gerügt. Verwaltungsratspräsidentin Christiane Roth will trotzdem nicht mit detaillierten Zahlen rausrücken: «Das würde die ganze Situation emotional stark belasten.»

Sie haben immer die gleichen Ausreden gebracht.
Autor: Bürgerin
Sie haben sich gedrückt.
Autor: Bürger

Genau das führte dann aber zu einem Raunen im Publikum. Verschiedene Bürger hätten sich mehr Informationen und mehr Antworten erhofft, um die Vorgänge zu verstehen. Das Vertrauen in den Verwaltungsrat des Spitalverbundes und die Politik haben viele verloren. Die Chirurgie übernimmt in Heiden die Privatklinik Hirslanden am Rosenberg.

Es gibt schon noch Fragen, die nicht geklärt sind.
Autor: Bürgerin

Neu: Es wird weiterhin operiert

Eine neue Information gab es aber. Die Hirslanden-Klinik wird dauernd ein Operationsteam am Spital Heiden stellen. Das ist nötig, um Notfälle zu behandeln. Weil es am Spital Heiden zum Beispiel weiterhin Geburten gibt, muss ein Chirurg auch notfallmässig einen Kaiserschnitt durchführen können.

Die Hirslanden-Klinik stellt das Personal 24 Stunden an 365 Tagen. Gemäss Klinikdirektor Alex Rohner macht das Sinn, weil diese Ärzte auch an der Hirslanden operieren können. Dadurch haben sie Abwechslung und Routine und für die Personalplanung gibt es einen grösseren Pool, was mehr Flexibilität erlaubt.

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