Heidi wird vom Kitsch befreit

Die meisten Menschen kennen die Geschichte von Heidi nur aus Filmen und Comics. Dort aber werde ein sentimentales Bild vom Schweizer Alpenkind gezeichnet, sagt der St. Galler Philosoph Paul Good. Der emeritierte Professor für Philosophie hat ein Buch gegen die Verkitschung von Heidi geschrieben.

Paul Good in seinem Philosophieatlier in Bad Ragaz mit seinem Buch über Heidi. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Paul Good arbeitete 25 Jahre an der Kunstakademie Düsseldorf als Philosoph. SRF

In seinem Buch «Heidi – Meine Philosophie vom kleinen Weltstar» gibt er Einblick in den Originaltext: «Das Lesen von Heidi im Original aus dem Jahr 1880 ist amüsant. Es gibt längst verschwundene Wörter wie verluften, störrig, glaublich und bänglich. Ich musste jauchzen vor Freude ob der sprachlichen Köstlichkeiten.»

Zu wenig gewürdigt

«Ich finde es schade, dass Johanna Spyri und ihr Heidi in der Schweiz zu wenig gewürdigt werden. Man müsste das Original als Schulstoff einführen.» Heidi werde vor allem touristisch ausgeschlachtet, dabei sei Heidi ein Kunstwerk. Mit seinem Buch will der emeritierte Philosophieprofessor einen neuen Zugang zu Heidi schaffen: «Erste Reaktionen zeigen mir, dass mir das gelungen ist. Was will ich mehr, als dass die Menschen das Heidi wieder oder zum ersten Mal im Original lesen?»

SRF1, Regionaljournal Ostschweiz, 17:30 Uhr