Heisses Wasser, aber noch keine Energie

Die Verantwortlichen des St. Galler Geothermie-Projektes sind vorsichtig optimistisch: Bei den neusten Tests konnte zwar heisses Wasser gefördert werden. Allerdings ist nach wie vor unklar, ob das Geothermiewerk dann auch tatsächlich gebaut wird.

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Bildlegende: Abbau: Der Bohrtum verschwindet, das St.Galler Geothermieloch wird versiegelt. Keystone

Mitte Juli musste das Geothermie-Projekt nach einem Erdbeben einen herben Rückschlag hinnehmen. Die St.Galler Stadtregierung beschloss deshalb, nur noch bedingt nach Wasser zu bohren und das Loch dann zu versiegeln. Erst später werde über die Fortführung des Projektes entschieden.

Erdgas

Bei den letzten Tests konnte zwar heisses Wasser gefördert werden, allerdings strömte auch Erdgas in unerwartet grosser Menge aus dem Bohrloch. Trotzdem zeigt sich Stadtrat Fredy Brunner «ausserordentlich glücklich» über den jüngsten Verlauf der Arbeiten. Seit Beginn der Tests in über 4000 Metern Tiefe habe sich der Untergrund beruhigt. Weitere Beben blieben aus.

Entscheid vertagt

Erste Erkenntnisse lassen auf einen «bedeutsamen Zufluss» von Heisswasser schliessen, erklärt Projektleiter Marco Huwiler. Die Temperatur in der Tiefe liege wie erwartet bei 140 bis 145 Grad. Ob ausreichend Wasser für ein Erdwärme-Kraftwerk fliesst, zeigen aber erst die Auswertungen der kommenden Monate.

Bohrturm wird abgebaut

In den kommenden Wochen wird der 60 Meter hohe Bohrturm abgebaut und abtransportiert. Das Bohrloch wird gesichert und vorerst bis Mitte 2014 stillgelegt. Wie es mit dem Projekt weitergeht, entscheiden die St. Galler Behörden im nächsten Jahr.