Hohes Herzinfarkt-Sterberisiko: St. Gallen plant Untersuchung

Das Risiko an einem Herzinfarkt zu sterben ist in der Ostschweiz viel höher als in der Westschweiz. Diese Aussage macht das Schweizerische Gesundheitsobservatorium, welches eine entsprechende Statistik ausgewertet hat. Beim Kanton St. Gallen horcht man auf und plant diesen Umstand zu untersuchen.

Jährlich sterben in der Schweiz mehr als 2000 Menschen an einem Herzinfarkt. Das Risiko, an einem Infarkt zu sterben, ist in Appenzell Ausserrhoden oder in St.Gallen mehr als doppelt so gross wie in Genf oder Freiburg. Das zeigen neuste Zahlen, die das Schweizerische Gesundheitsobservatorium ausgewertet und die «Sonntagszeitung» öffentlich gemacht hat.

Die Herzinfarkt-Sterbeziffer für das Jahr 2013 beträgt in Appenzell Ausserrhoden 46 Personen auf 100'000 Einwohner. Ein hohes Sterberisiko weist mit 43 Todesfällen pro 100'000 Einwohner auch St. Gallen auf. In Genf sind es nur gerade 21 Todesfälle und in Freiburg 22.

Zahlen verführen zum Spekulieren

Diese Zahlen bestätigt Monika Diebold vom Gesundheitsobservatorium gegenüber der Sendung «Regionaljournal Ostschweiz» auf SRF 1. Sie weist aber auch auf ein statistisches Phänomen hin, nämlich dass der Kanton Appenzell Ausserrhoden alleine von seiner kleinen Grösse her nicht als Vergleichskanton herangezogen werden kann.

«  Wir wissen, dass wir weniger Arztbesuche haben. »

Heidi Hanselmann
St. Galler Gesundheitsdirektorin

Trotzdem zeigten die Zahlen deutlich auf, so Monika Diebold weiter, dass die Unterschiede von der Ost- zur Westschweiz eindeutig seien, über die Gründe aber nur spekuliert werden könne.

Auch die St. Galler Gesundheitsdirektorin Heidi Hanselmann kann keine konkreten, aber viele mögliche Gründe nennen: «Vielleicht leben die St. Galler ungesünder, bewegen sich weniger und rauchen mehr?»

Heidi Hanselmann nimmt diese neusten Zahlen ernst. Sie plane eine Untersuchung durchzuführen zu lassen, um Massnahmen zu treffen, dass in Zukunft im Kanton St. Gallen mehr Leute ihren Herzinfarkt überlebten – oder noch besser – dass sie gar nie einen Infarkt machten.