«Ich frage nicht nach den Asylhintergründe der Abgewiesenen»

In St. Gallen unterstützt die Rückkehrberaterin Susanna Csenda Asylsuchende bei der Rückkehr in ihr Heimatland. Sie hilft bei den benötigten Papieren, aber auch bei Reintegrationsprojekten vor Ort. Die grössten Herausforderungen seien, sich abzugrenzen und gegenseitiges Vertrauen aufzubauen.

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Zahlen

Fünf Ordner mit Akten aus der Rückkehrberatung, dahinter sitzt Susanna Csenda.

SRF / Rebecca Dütschler

9'974 Asylgesuche hat der Bund bis Ende November 2015 zurückgewiesen. Damit wird jedes zweite Gesuch erstinstanzlich abgelehnt. 481 Ablehnungen betreffen den Kanton St. Gallen. Die abgelehnten Flüchtlinge können dann eine Rückkehrberatung besuchen.

Ukraine, Somalia oder Angola – das sind Nationen, die der Rückkehrberaterin Susanna Csenda im Alltag begegnen. In rund 70 Prozent der Fälle sind das Menschen, die einen negativen Asylentscheid erhalten haben und nun in ihr Heimatland zurück müssen.

Susanna Csenda erzählt ein Beispiel: Eine 21-jährige Frau aus Angola, die wieder nach Hause muss. Sie sei gleich bereit gewesen zu gehen. «Das ist nicht immer der Fall. Wenn die Abgewiesenen nicht ausreisen wollen, kommt das Dossier in die Abteilung Wegweisung», erklärt die Rückkehrberaterin. Dann könne sie leider nichts mehr tun.

Freiwillig nach Hause

Dann gibt es die 20 Prozent der Fälle, in denen Asylsuchende freiwillig zu Csenda kommen. Sie wollen nach Hause, obwohl sie noch keinen Asylentscheid haben oder in der Schweiz bleiben dürften. «Oft sind es junge Leute, die ihre Familie vermissen oder sich nicht integriert fühlen.»