Verzicht auf Kandidatur «Ich suche keine Arbeit, denn ich habe genug»

Der SVP-Nationalrat und Stadtpräsident von Rorschach, Thomas Müller verzichtet auf eine Kandidatur für den Vorstand der St. Gallischen Konferenz für Sozialhilfe. Das meldete das Regionaljournal Ostschweiz am Freitag. Nun äussert sich Thomas Müller zum ersten Mal öffentlich zu seinem Verzicht.

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Bildlegende: Thomas Müller ist als Kritiker der Sozialhilfe bekannt. Die Stadt Rorschach hält sich nicht an die Empfehlungen der KOS. Keystone

Als Grund für seinen Verzicht gab er an, dass er genug Arbeit habe und sich nicht um den Posten reisse. Die Kritik an seiner Kandidatur zeige ihm aber, dass das System der Sozialhilfe im Kanton St. Gallen reformunwillig sei. Kritisiert hatte die Kandidatur von Thomas Müller der Vorstand der St. Gallischen Konferenz für Sozialhilfe.

Kritik an der Kritik

Der Vorwurf, man sei reformunwillig, will der Präsident der kantonalen Konferenz für Sozialhilfe nicht stehen lassen. Kurt Felder betont, dass man mehrere Reformen der Schweizerischen Konferenz für Sozialhilfe mitgestaltet habe.

«  Es geht nicht um die Person Thomas Müller, sondern um den Vertreter einer Stadt, die die Empfehlungen der KOS unterschreitet. »

Kurt Felder
Präsident KOS St. Gallen

Thomas Müller wurde vom Verband der St. Galler Gemeindepräsident (VSGP) nominiert. Nach dem Verzicht von Thomas Müller will der Verband nun Roger Hochreutener, Gemeindepräsident von Eggersriet und Geschäftsführer des Verbandes der St. Galler Gemeindepräsidenten nominieren.

Mit der Neustrukturierung VSGP wird Roger Hochreutener neu Geschäftsführer des Trägervereins Integrationsprojekte St. Gallen (TISG). Dieser Verein sei stark mit dem Asylwesen verwoben und deswegen gebe es grosse Schnittstellen mit der St. Gallischen Konferenz der Sozialhilfe (KOS), kommentiert der VSGP-Präsident die Kandidatur von Roger Hochreutener für den Vorstand der KOS.