Infina-Geschädigte demonstrieren gegen St. Galler Kantonalbank

Zwei Brüder haben über 50 Millionen Franken von 686 Anlegern verspekuliert. Dafür sind sie zu langjährigen Freiheitsstrafen verurteilt worden. Nun bietet die St. Galler Kantonalbank den Geschädigten insgesamt zwei Millionen Franken an. Ein Hohn, finden diese und drohen mit einer Demonstration.

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Bildlegende: Vor dem Hauptsitz der St. Galler Kantonalbank wollen die Geschädigten demonstrieren. SRF

Mindestens tausend Demonstranten erwartet Goran Babic von der «Interessengemeinschaft der FINA- und PKFIV-Opfer» am kommenden Samstagmorgen. Mit Pfeifen und Spruchbändern wollen sie vor den Hauptsitz der St. Galler Kantonalbank ziehen und gegen die Entschädigungszahlungen der Bank protestieren. Diese sei zu mickrig, findet Goran Babic, der überzeugt ist, dass die Kantonalbank Fehler gemacht hat, weil sie das Anlageunternehmen Infina nicht überprüfte.

Das Anlageunternehmen Infina mit Sitz in der Stadt St. Gallen bot bis 2009 Anlageprodukte mit Renditen bis zu 40 Prozent an. 686 Personen fielen auf das Angebot herein. Nachdem die Kantonalbank nach einem Hinweis eines Kunden im Frühjahr 2009 beim Unternehmen Infina nachfragte, wie die Produkte strukturiert seien, erstatteten die beiden Geschäftsführer des Unternehmens Selbstanzeige. Daraufhin wurde das Unternehmen von der Finanzmarktaufsicht liquidiert. Insgesamt entstand ein Schaden von rund 50 Millionen Franken. Die beiden Geschäftsführer wurden vom Kantonsgericht zum mehrjährigen Freiheitsstrafen verurteilt.

Die St. Galler Kantonalbank und deren Geschäftsführung wurden von der Finanzmarktaufsicht (Finma) geprüft. In einem Bericht kommt die Finma zum Schluss, dass alle Geschäfte korrekt erfolgten und die Bank die Aufsichtspflicht erfüllte. Um einen langjährigen Rechtsstreit zu vermeiden, einigten sich die Vertreter der Kantonalbank mit dem Liquidator der Finma auf eine einmalige Zahlung von zwei Millionen Franken zugunsten der Geschädigten. Dies sei kein Schuldeingeständnis, betont Albert Koller, Mitgied der Geschäftsleitung der St. Galler Kantonalbank. Mit der Demonstration wollen die Infina-Geschädigten die Bank an den Verhandlungstisch zwingen.