Jost Bürgi: Uhrmacher, Astronom, Mathematiker

Die Werke von Jost Bürgi sind nicht wegzudenken: Mit der Logarithmen-Tafel arbeiteten Gymnasiasten und Studenten, bis sie von der log-Taste auf dem Taschenrechner abgelöst wurde. Auch als Erfinder des Sekunden-Zeigers auf der Uhr setzte Bürgi im ausgehenden Mittelalter Massstäbe in der Mathematik.

«Jost Bürgi, das mathematisch-technische Universaltalent der Renaissance, ist heute aktueller denn je: Ohne die Werke des Lichtensteigers gäbe es kein GPS und kein Google», sagt Fritz Staudacher, Autor des Buches «Jost Bürgi, Kepler und der Kaiser» (Verlag Neue Zürcher Zeitung).

Jost-Bürgi-Tagung

In diesen Tagen diskutieren Wissenschaftshistoriker erstmals an einem internationalen Symposium in Lichtensteig die Werke Jost Bürgis. Mit dabei ist auch Kathleen Clark von der Florida State University, die eben die Logarithmen-Tafel auf Englisch übersetzt hat, und Jörg Waldvogel von der ETH Zürich, der ein Werk über Winkelfunktionen in der Geometrie verfasst hat.

Vater der Differenzialgleichung

Jost Bürgi ist 1552 in Lichtensteig geboren. Er lernte Uhrmacher, arbeitete ein Vierteljahrhundert lang als Hofuhrmacher am Fürstenhof von Hessen-Kassel sowie ein weiteres Vierteljahrhundert am Kaiserhof zu Prag. 1632 starb er in Kassel.

Bürgi gilt als Erfinder der Differenzialrechnung, der Logarithmen-Tafel und des Sekundenzeigers. Er konstruierte auch verschiedene Himmelsgloben – unter anderem jenen, der im Landesmuseum in Zürich ausgestellt ist.