Öffentlicher Verkehr Kantone kritisieren das «Tarif-Diktat» des Bundes

Beim öffentlichen Verkehr soll künftig eine zentrale Stelle des Bundes festlegen, was die Zug-, Bus- und Postauto-Tickets kosten. Das gefällt den Kantonen nicht. Als Besteller des öffentlichen Verkehrs wollen sie bei der Tarifgestaltung mitreden. Nun wehren sie sich mit einem Brief nach Bern.

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Bildlegende: Beim Tarifverbund Ostwind will künftig der Bund mitreden können. Die Kantone wehren sich dagegen. SRF / Michael Breu

Die Botschaft des Bundes zur Vorlage «Organisation der Bahninfrastruktur» (OBI) sorgt bei den Regierungen der Ostschweizer Kantone St.Gallen, Thurgau und Glarus für schlechte Stimmung. Darin ist vorgesehen, dass künftig eine zentrale Stelle einheitliche Lösungen für den öffentlichen Verkehr durchsetzen soll. Dabei geht es auch um die Tarifgestaltung.

«  Die Kantone tragen den überwiegenden Teil der ungedeckten Kosten im öffentlichen Verkehr, die nicht über Tarifeinnahmen finanziert sind. »

Werner Müller
Leiter öffentlicher Verkehr, Kanton Thurgau

Die Kantone müssten bei der Festlegung der Billetpreise mitreden können, findet Werner Müller, Leiter öffentlicher Verkehr des Kantons Thurgau. Ein Tarifdiktat eines Systemführers, wie es die Regelung des Bundes vorsieht, schränke diesen Handlungsspielraum ein.

«  Dies bedeutet, dass bei einer angespannten finanziellen Lage des Kantons, ein Abbau des Angebots und der ÖV-Qualität in den Regionen droht. »

Werner Müller
Leiter öffentlicher Verkehr, Kanton Thurgau

Nun wehren sich die Kantone St.Gallen, Thurgau und Glarus – zusammen mit den Kantonen Aargau, Schaffhausen, Schwyz, Zug und Zürich – mit einem Brief an den Bund gegen den Systemwechsel.