Kantonsspital Glarus gegen Gesundheitsdirektoren

Komplexe und seltene Operationen sollen künftig nur noch an ausgewählten Spitälern in der Schweiz durchgeführt werden. So wollen es die kantonalen Gesundheitsdirektoren. Das Kantonsspital Glarus wehrt sich.

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Bildlegende: Bauspeicheldrüsen-Operationen gehörten zur Grundversorgung, betont das Kantonsspital Glarus. SRF

Pro Jahr müssen an einem Spital mindestens zehn Bauspeicheldrüsen-Entfernungen vorgenommen werden. Ansonsten haben die Chirurgen zu wenig Routine. Das hat das Entscheidungsgremium der kantonalen Gesundheitsdirektoren entschieden. Der Direktor des Kantonsspitals Glarus, Markus Hauser, bezeichnet diese Anzahl als willkürlich.

Es gibt tatsächlich unterschiedliche Studien, welche eine unterschiedliche Anzahl Operationen verlangen. Die Präsidentin des Entscheidungsgremiums, die St. Galler Gesundheitsdirektorin Heidi Hanselmann, rechtfertigt den Entscheid. Spezialisten hätten sich auf diese Zahl geeinigt und es sei bewiesen, dass weniger Operationen zu mehr Komplikationen führten.

Das Kantonsspital Glarus sieht in der Einschränkung eine Bedrohung für das Spital. Hauser befürchtet, dass so auch für einfachere Operationen nicht mehr genügend Fachpersonal gefunden werden kann. Er hat deshalb Rekurs eingereicht.