Kapuzinerkloster Appenzell: Werden die Gebäude abgebrochen?

Das Kapuzinerkloster muss saniert werden. Das steht fest. Nun schlägt die Standeskommission einen Planungskredit für die Umnutzung des Klosters als Bibliothek und für Büroräume vor. Der kantonale Gewerbeverein hält davon wenig und regt den Abbruch der Gebäude an.

Kapuziner Mönche in der Appenzeller Hauptgasse Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Auszug aus dem Kloster: Die letzten Kapuziner verlassen Appenzell. SRF

Im August 2011 gab der Kapuzinerorden nach 425 Jahren sein Kloster in Appenzell auf. Aufgrund eines Vertrages zwischen den Schweizer Kapuzinern und dem Kanton Appenzell Innerrhoden aus dem Jahr 1925 fiel das Kloster zurück an den Kanton.

Bereits im November 2012 hat die Standeskommission dem Grossen Rat einen Kredit für Vorarbeiten für eine Umnutzung des Konvents als Bibliothek und für Büroräume unterbreitet. Der Antrag wurde im Februar 2013 angenommen. Zwei Monate später liess die Appenzeller Regierung prüfen, ob allenfalls auch eine Nutzung als Jugendherberge möglich ist. Inzwischen hat die Standeskommission alle Varianten geprüft. Deshalb legt sie dem Grossen Rat einen Antrag für einen Planungskredit über 900'000 Franken vor. Im Zentrum steht die Umnutzung als Bibliothek und für Büroräume.

Abriss als Alternative

Doch dies ist nicht die einzige Lösung, die diskutiert wird. An der Hauptversammlung des kantonalen Gewerbevereins hat dessen Präsident, Albert Manser, den Abbruch des Konvents zur Diskussion empfohlen. Auch CVP-Parteipräsident Peter Hirn würde ein solches Vorgehen unterstützen. Sowohl Manser als auch Hirn wollen dies aber nicht als Provokation gegenüber der Kirche verstanden wissen; es gehe darum, die nicht schützenswerten Gebäudeteile abzubrechen und die Klosterkirche zu erhalten.

Zwar findet Bruder Hans, der letzte Guardian des Appenzeller Kapuzinerklosters, ein Abriss des Konvents traurig, dennoch hat er Verständnis, dass das Kloster einer neuen Nutzung zugeführt werden soll.

Über den Planungskredit berät der Innerrhoder Grosse Rat am 2. Dezember 2013.