Kehricht gesucht

Die Stadt St. Gallen will auf die Einführung eines Gebührensacks für das Recycling gemischter Kunststoffe verzichten. Einer der Gründe: Die Kunststoffe sind wichtig für die Kehrichtverbrennung. Würden sie wegfallen, müssten dafür alternative Brennstoffe eingesetzt werden.

Mulden im Kehrichtheizkraftwerk Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Das Kehrichtheizkraftwerk in St.Gallen benötigt Heizmaterial. Keystone

Recycling sei sinnvoll und leiste einen wichtigen Beitrag zum sorgsamen Umgang mit wertvollen Ressourcen, heisst es in einer Mitteilung von Entsorgung St. Gallen vom Montag. Gegen die Sammlung von gemischten Kunststoffen durch die Stadt spreche einerseits der hohe Sortieraufwand, der dafür notwendige Transport zu den Sammel- und Sortierstellen sowie der Umstand, dass Kunststoff nur begrenzt weiterverwertet werden könne.

Wichtig für Verbrennung

Rund 50 Prozent des Materials werde verarbeitet und weiter als Kunststoff genutzt. Die andere Hälfte könne energetisch verwertet werden: Im Kehrichtheizkraftwerk (KHK) der Stadt St. Gallen werde damit Strom und Abwärme produziert. Dies spiele eine zentrale Rolle beim Entscheid, die bisherige Kunststoffverwertung weiterzuführen.
Das KHK arbeite effizient und erzeuge einen wesentlichen Teil der Fernwärme in der Stadt St. Gallen. Kunststoff sei dabei als Bestandteil von Siedlungsabfällen ein wichtiger Energieträger. Würde der Anteil wegfallen, müssten alternative Brennstoffe eingesetzt werden. Dies entspreche nicht der Zielsetzung des Energiekonzepts 2050 der Stadt St. Gallen.