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Legende: Audio Klimaverlierer und Klimagewinner unter den Pflanzen abspielen. Laufzeit 03:28 Minuten.
03:28 min, aus Regionaljournal Ostschweiz vom 01.04.2019.
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Klimagarten Rapperswil Eine Schweiz ohne Gras und Zuckerrüben

Wie kommen unsere Pflanzen mit einer Klimaerwärmung um drei oder sechs Grad aus? Ein Experiment in zwei Gewächshäusern.

«Als ich im eigenen Garten stand, fragte ich mich, was wohl einmal meine Tochter anbauen werde.» Mit dieser Frage kam Juanita Schläpfer auf die Idee für einen Klimagarten. Ein Ort, wo jedermann sehen kann, was die Klimaerwärmung für die Pflanzen bedeutet.

«Der Laie denkt sich vielleicht, ein warmes Klima wie in Südfrankreich wäre doch ganz nett. Aber unser Gras, die Buchen oder Zuckerrüben würden sich nicht mehr wohl fühlen», so Schläpfer.

Simuliertes Zukunftsszenario

Juanita Schläpfer ist Wissenschaftskommunikatorin am Swiss Science Center, einer Netzwerkorganisation von rund siebenhundert Forschenden der Universitäten Zürich, Basel und ETH zum Thema Pflanzen. Vor drei Jahren führte sie erstmals einen Klimagarten in Zürich durch.

Der Klimagarten besteht aus zwei Gewächshäusern. Eines ist auf 28 Grad geheizt, das entspricht gemäss aktueller Forschung der durchschnittlichen Sommertemperatur im Jahr 2085, wenn der Ausstoss von CO2 stark reduziert wird. Also drei Grad mehr als heute.

Zwei Gewächshäuser
Legende: In den beiden Gewächshäusern herrschen unterschiedliche Temperaturen. Hochschule für Technik Rapperswil

Das andere Gewächshaus wird auf 31 Grad geheizt. Das wäre das Szenario, wenn die Schweiz so weiterfahren würde wie bis jetzt. Zudem erhält jeweils eine Hälfte von jedem Gewächshaus 30 Prozent weniger Wasser.

So sehen die Besucher, welche Pflanzen die Klimaverlierer und welche die Klimagewinner sind.
Autor: Juanita SchläpferWissenschaftskommunikatorin

In beiden Gewächshäusern sind dieselben Pflanzen angebaut. So zum Beispiel Korn, Kartoffeln oder Soja. Die Besucher der öffentlichen Ausstellung können über zwei Monate beobachten, was im heissen Klima wächst und was nicht. «So sehen die Besucher, welche Pflanzen die Klimaverlierer und welche die Klimagewinner sind», so Schläpfer. Zu letzteren gehört zum Beispiel Soja, was in Zukunft eine stärker genutzte Pflanze in der Schweiz werden könnte.

Kein Wissenschaftliches Experiment

Beim Klimagarten gehe es nicht darum, wissenschaftliche Daten zu sammeln, sagt Schläpfer. Es sei viel mehr als eine Mischung zwischen Kunst und Wissenschaft konzipiert - eine Veranschaulichung. «Wir wollen den Leuten einen Denkanstoss geben. Im besten Fall führt das zu mehr Klimabewusstsein», sagt Schläpfer. Am Projekt beteiligen sich auch Schulen. Sie können im Klimagarten ihre eigenen Experimente durchführen.

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3 Kommentare

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  • Kommentar von Dani Keller (¯\_(ツ)_/¯ ____)
    Und mit 30% mehr Wasser wäre es extrem "wächsig". Aber diesen Fall spielt das unwissenschaftliche Experiment natürlich nicht durch.
    Im übrigen hat Agroscope 2018 ein Teil eines Maisfeldes abgeckt, sodass weniger Wasser für die Pflanze simuliert wurde. Zum Erstaunen war die Ernte nur wenig kleiner...
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  • Kommentar von Daniel Schmidlin (Queren life)
    Spanien ist das Gemüsehaus Europas und dort sind die Temperaturen jetzt schon wesentlich höher als bei uns.
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  • Kommentar von Daniel Schmidlin (Queren life)
    Ich gehe davon aus, dass wenn die Schweiz in den nächsten Jahren das CO2 vollständig substituiert, diese 31 Grad trotzdem erreicht werden. Das Öl auch von Norwegen wird so oder so irgendwo weiter benötigt um unseren Wohlstandshunger zu stillen.
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