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Produktionsausfall von über einem Monat
Aus Regionaljournal Ostschweiz vom 26.02.2020.
abspielen. Laufzeit 01:24 Minuten.
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Konkurs Fensterhersteller Offenbar zwang eine Cyberattacke Swisswindows in die Knie

In einem Schreiben an die Geschäftspartner begründet der Verwaltungsrat den Konkurs.

Am Mittwochmorgen wurden die rund 170 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Swisswindows AG an den Hauptsitz im sanktgallischen Mörschwil beordert. Die Belegschaft wurde überraschend über den Konkurs des Unternehmens informiert. Der CEO habe die Versammlung mit den Worten «ich habe eine ganz schlechte Nachricht» eröffnet, sagt ein Mitarbeiter, der anonym bleiben möchte.

Auf Anfrage bestätigte der Sprecher des Amtes für Wirtschaft und Arbeit des Kantons St. Gallen, dass das Kreisgericht Rorschach über die Swisswindows AG den Konkurs eröffnet habe. Nachdem man vom Konkurs erfahren habe, hätten Mitarbeitende den Kontakt mit den Unternehmen gesucht.

Längerer Produktionsausfall

Die Geschäftsleitung des Unternehmens war für Fragen zum Grund für den Konkurs bisher nicht zu erreichen. Dem Regionaljournal Ostschweiz von Radio SRF liegt jedoch ein Schreiben des Verwaltungsrates vor, welches sich an Geschäftspartner von Swisswindows richtet. Darin heisst es, dass der Grund für den Konkurs «in einer Reihe von Ereignissen» liege.

Die Fensterbranche befinde sich seit Längerem in einer Konsolidierungsphase. Davon sei auch Swisswindows betroffen. Zwar hätten ein Sanierungsplan und Restrukturierungen das Geschäftsresultat während zwei Jahren verbessert.

«Eine massive Cyberattacke auf unsere Systeme führte jedoch im Mai 2019 zu einem herben Rückschlag für unser Unternehmen. Die Folge war ein Produktionsausfall von über einem Monat, begleitet von massiven Folgekosten», heisst es im Schreiben weiter. Der Vorfall sei ausreichend gewesen, um das Unternehmen in «arge Bedrängnis» zu bringen.

Mitarbeitende werden vom Konkursamt informiert

Der schriftliche Entscheid über den Konkurs habe das Konkursamt St. Gallen am Mittwochmittag erhalten, sagt Amtsleiter Urs Benz auf Anfrage. Das Konkursamt werde sich in einem nächsten Schritt einen Überblick verschaffen. Auch werde man die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter über das weitere Vorgehen informieren.

Dazu wurde die Belegschaft erneut an den Hauptsitz in Mörschwil eingeladen. An einer Veranstaltung am Donnerstagnachmittag sollen die Mitarbeitenden informiert werden, «wie sie ihre Ansprüche geltend machen und wie sie im Verfahrensablauf tätig werden müssen», sagt Benz. An der Veranstaltung werden auch Vertreter des Amtes für Wirtschaft und Arbeit sowie der Regionalen Arbeitsvermittlungszentren RAV anwesend sein.

Überraschter Gemeindepräsident

Swisswindows ist der grösste Arbeitgeber in der Gemeinde Mörschwil. Gemeindepräsident Paul Bühler hat nach eigenen Angaben zufällig vom Konkurs des Unternehmens erfahren, offiziell sei die Gemeinde nicht informiert worden. Der Konkurs kommt für die Gêmeinde überraschend: «Damit haben wir überhaupt nicht gerechnet», sagt Bühler.

Die wenigen Mitarbeitenden von Swisswindows, welche in Mörschwil wohnhaft sind, könnten gemäss Bühler auf die Unterstützung der Gemeinde zählen. Und auch wenn der Konkurs für die Gemeinde einen Steuerausfall bedeute, so müssten die Bürgerinnen und Bürger künftig nicht mit einer Steuererhöhung rechnen.

Regionaljournal Ostschweiz, 06:32 Uhr; pavm

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3 Kommentare

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  • Kommentar von Paul Grunder  (Zimmermeister)
    Der Konkurs ist sehr schlimm für die Mitarbeiter. Für die Branche ist er gut. Er zeigt, wohin es führt, wenn Firmen nicht mehr kostendeckend kalkulieren. Eigentlich müsste das eine Warnung an andere sein.
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  • Kommentar von Hans Klein  (HansKlein)
    Wer sich über die Folgen einer "Cyberattacke" beklagt und meint, seine Hände so in "Unschuld" waschen zu können, lügt. Es ist und war IMMER möglich, sich gegen die im Umlauf befindliche Schadsoftware zu schützen und andere Sicherheitsmassnahmen zu ergreifen. Wer das nicht getan hat, war nur zu geizig. Das ist genau so, als würde jemand in seine Haustür kein Schloss einbauen und sich dann über Einbruch beklagen! Die (Un-) Verantwortlichen sollten mit ihrem Vermögen für den Schaden haften!
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  • Kommentar von Urs Stäbler  (Stab)
    Wer die Geschäftsgebaren dieser Firma kennt,
    den wundert es nur, dass diese mit ihren Dumpingpreisen solange überlebt hat. Sie haben alle unterboten, zu Preisen mit denen niemand sein Fenster herstellen konnte. Gespart wurde im Einkauf auf Kosten der Qualität. Leid tun mir nur die Mitarbeiter die jetzt auf der Strasse stehen und nicht wissen was die Zukunft für sie und ihre Familien bringt.
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