Konrad Hummler lanciert neuen Rundbrief für Anleger

Eineinhalb Jahre lang hat er geschwiegen - der ehemalige Chef der Bank Wegelin. Nach dem Verkauf seiner Bank an die Raiffeisen-Gruppe im Januar 2012 war er kaum noch öffentlich zu vernehmen. Jetzt referierte er in St. Gallen zum Thema «Schweizer Bankgeschäft: Zurück in die Zukunft?»

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Bildlegende: Konrad Hummler: Schweigepflicht zum Fall Wegelin Keystone

Hummler zeichnete in seinem Referat die Ursachen und den Verlauf der Finanzkrise nach. Er kritisierte in alter Manier sowohl die Banken, die nach wie vor zu hohe Löhne bezahlten und den Staat, der mit seinen Reglementierungen vor allem Kosten verursache.

Als Lehre aus der Finanzkrise regt Hummler die Schaffung von zwei Kategorien von Banken an: Systemrelevante, konservative Banken, die sich um Retailgeschäfte kümmern und  Banken, die riskantere Geschäfte tätigen. Risikobehaftete Banken könnten notfalls auch Pleite gehen und müssten nicht mit Staatsgeldern gerettet werden, so Hummler.

Schweigen zu Wegelin

Bereits eingangs machte Konrad Hummler klar, dass er sich wegen der Vereinbarung mit der US-Steuerbehörde nicht zum Fall Wegelin äussern werde. Gesprächiger war er, als es um seine beruflichen Pläne ging. Er werde nie mehr eine Bank gründen, aber er werde am kommendem Mittwoch das erste Mal seit eineinhalb Jahren einen Anlegerbrief herausgeben. Dies unter seinem neuen Label «Bergsicht».