Krebsforscher schauen Zellen beim wandern zu

Am Biotechnologie Institut Thurgau haben Forscher einen neuartigen Mechanismus entdeckt, der es Immunzellen erlaubt, effizient zu wandern und dadurch Krankheitserreger zu bekämpfen. Die Forschungsarbeit gibt auch Einblick in die Weiterverbreitung von Krebs-Krankheiten.

Institutsleiter Daniel Legler (rechts) und sein Doktorand Mark Hauser am Biotechnologie Institut Thurgau. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Institutsleiter Daniel Legler (rechts) und sein Doktorand Mark Hauser am Biotechnologie Institut Thurgau. Mirjam Wanner

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Bildlegende: Die Mikroskopaufnahme zeigt eine menschliche Dendritische Zelle – rot eingefärbt sind Entzündungen. BITg

Wenn Krankheitserreger in den menschlichen Körper eindringen, dann reagiert das Immunsystem. Die sogenannten Dendritischen Zellen spielen dabei eine wichtige Rolle; sie fungieren als Wächter des Immunsystems, sie durchforsten das Gewebe nach Krankheitserregern und schlagen Alarm, wenn Bakterien, Viren oder Pilze den Körper befallen.

Diese Wanderbewegung haben Forscher am Biotechnologie Institut Thurgau in Kreuzlingen unter die Lupe genommen. Dabei haben sie einen Botenstoff gefunden, der den Dendritischen Zellen den Weg durch das Gewebe zu den Lymphgefässen weist.

Neue Therapiemöglichkeiten

«Die neu gewonnenen Einblicke in die Zellwanderung können für die Entwicklung von neuen Medikamenten und Therapiemöglichkeiten wichtig sein», sagt Daniel Legler, Direktor des Biotechnologie Instituts Thurgau. Da der Rezeptor auch für die Metastasierung von Krebszellen und bei Autoimmun-Erkrankungen eine entscheidende Rolle spiele, gebe die Arbeit auch der Krebstherapie neue Impulse. Die Arbeit, an der auch Forscher der Universitäten Konstanz und Lausanne sowie aus dem Universitätsspital Zürich mitgearbeitet haben, ist in der renommierten Fachzeitschrift «Immunity» erschienen.

Krebsforschung am Bodensee

Das Biotechnologie Institut Thurgau wurde vor zwölf Jahren gegründet. Es wird getragen von der Thurgauischen Stiftung für Wissenschaft und Forschung, ist vom Bund als ausseruniversitäres Forschungsinstitut anerkannt, wird über das Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation mit namhaften Beiträgen unterstützt und vom Schweizerischen Nationalfonds und der Thurgauischen Krebsliga mit Projektfinanzierungen gefördert.