Mehr Plätze für Menschen mit einem Handicap

Die Bevölkerung wächst und mit ihr die Anzahl Menschen mit einer Behinderung. Dazu kommt, dass die Lebenserwartung der handicapierten Menschen steigt. Die Wohn- und Arbeitsplätze sind dadurch länger besetzt - der Platz für Junge fehlt. Der Kanton St. Gallen will Abhilfe schaffen.

Menschen mit einer Behinderung stehen neben Plastikpuppen Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Die Anzahl Menschen mit einer Behinderung wächst. Pro Infirmis lancierte 2013 die Kampagne: Wer ist schon perfekt? Pro Infirmis

Über 3000 Menschen mit einer Behinderung nutzen im Kanton St. Gallen Wohnplätze und Tages- respektive Werkstätten. Rund 37 gemeinnützige Stiftungen und Vereine sind für das Angebot verantwortlich.

1980 starben Menschen mit einem Down-Syndrom in der Regel vor ihrem 30. Lebensjahr. In den 90er-Jahren stieg die Lebenserwartung auf 50. Grund: Die Rahmenbedingungen haben sich verbessert - sowohl in der Medizin, der Therapie als auch der Betreuung. Die Lebenserwartung dürfte weiter zunehmen, schreibt die St. Galler Regierung in ihrem ersten Planungsbericht. In den nächsten Jahren sollen deshalb rund 200 Plätze mehr geschaffen werden.

Die Plätze in den Einrichtungen kosten den Kanton St. Gallen jährlich rund 140 Millionen Franken. Die Kosten dürften steigen, vor allem weil man mit mehr Menschen mit Handicap in den nächsten Jahren rechnet.

In den Arbeitsmarkt integrieren

Man wolle in Zukunft versuchen, diese Menschen stärker in den Arbeitsmarkt einzugliedern. Der Kontakt der Werkstätten mit der Wirtschaft sei sehr eng, da die Aufträge aus der Wirtschaft kommen. Auf diese Weise bestehe die Chance, dass ein guter Mitarbeiter einer Werkstätte den Weg in ein Unternehmen der Privatwirtschaft finde, sagt Martin Klöti, Vorsteher des Departement des Innern.