Milch aus dem Alpstein macht Bauern glücklich

Ein Milchverarbeiter in Appenzell Innerrhoden zahlt während der Sommersaison für die Milch bis zu 30 Prozent mehr als der schweizerische Durchschnitt. Lieferbedingungen: Die Kühe müssen auf Alpen beim Alpstein weiden. Der Unternehmer will den Stellenwert der hiesigen Landwirtschaft überprüfen.

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Bildlegende: Für Milch aus dem Innerrhoder Alpstein bekommen die Bauern rund 30 Prozent mehr Geld. Keystone

Rund 25 Bauern bestossen während den Sommermonaten Alpen im Alspteingebiet und zählen zu den LIeferenatend er Appenzeller Milch AG. Sie profitieren von einem höheren Milchpreis. Die Milchverarbeiterin «Appenzeller Milch AG» zahlt für MIlch aus dem Alpsteingebiet rund 30 Prozent mehr als üblich. Dabei handelt es sich um ein Pilotprojekt, welches den Milchpreiszerfall stoppen soll. «Mit dem Mindestpreis können die Bauern nicht einmal die Transportkosten von der Alp zur Sammelstelle abdecken», so Geschäftsführer Markus Wetter. Er befürchtet, dass die Bauern irgendwann keine Kühe mehr zur Alpsömmerung auf die Alpen treiben. «Für den Tourismus in Appenzell Innerrhoden wäre dies fatal», so Wetter.

Projekt in der Versuchsphase

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Milchgipfel

Am Freitag trafen sich in Bern Vertreter der Schweizer Milchproduzenten und Bauern um über den Milchpreiszerfall zu diskutieren. Seit der Milchmarkt zwischen der Schweiz und der EU teilweise geöffnet wurde, sinken die Schweizer Milchpreise. Am Milchgipfel präsentieren die Bauern ihre Forderungen.

Der Appenzeller Milch AG fallen im kommenden Sommer Mehrkosten von rund 20'000 Franken an. Geschäftsführer Markus Wetter ist überzeugt, dass diese Mehrkosten nicht einfach auf die Produkte abgewälzt werden können. «Wir müssen die Kunden von Sinn der teureren Milch überzeugen», so sein Vorhaben. Dann würden die Kunden mehr Produkte kaufen und die Produktionskosten könnten verringert werden.

In diesem Herbst, wenn die Bauern von den Alpen zurück kommen, entscheidet die Appenzeller Milch AG, ob sich das Experiment gelohnt hat. «Ich hoffe, dass wir auch weiterhin den Bauern einen höheren Milchpreis bezahlen können», so Markus Wetter.