Landwirtschaft Milchbauern setzen auf Milchautomaten

Weil der Milchpreis tief ist, verkaufen viele Landwirte ihre Frischmilch direkt ab Hof in einem Automaten. Erfunden hat den Schweizer Milchautomaten ein St. Galler Unternehmer. Und das Geschäft mit den Frischmilchautomaten auf dem Bauernhof floriert, weil der Milchpreis noch immer im Keller ist.

Alfred Bruni und Christian Zeller vor dem Milchautomaten in Speicher/AR. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Alfred Bruni und Christian Zeller vor dem Milchautomaten in Speicher/AR. SRF

Der 41-jährige Landwirt Christian Zeller aus Speicher/AR erhält für einen Liter Bio Milch von seinem Abnehmer rund 80 Rappen. Für den Liter Rohmilch in seinem Automaten aber sind die Kunden bereit rund das Doppelte zu bezahlen: «So wollen wir unsere Wertschöpfung erhöhen.»

Vom Bauer zum Erfinder

Vor 22 Jahren entwickelte Alfred Bruni aus Muolen/SG seinen ersten «Brunimat». So nennt der 55-jährige Unternehmer seinen Milchautomaten, der sich bei den Bauern in diesem Jahr zum Verkaufsschlager entwickelte. Der St. Galler Tüftler setzte mit seinen Automaten im laufenden Jahr rund 3 Mio. Franken um. 300 Milchautomaten verkaufte der ehemalige Milchbauer im laufenden Jahr. 200 davon setzte er in Deutschland ab: «Bauern erhalten in Deutschland noch 20 Cent für den Liter. Der Milchpreis ist auf einem Tiefstand.»

Bescheidene Schweizer Bauern

Die Milchbauern in Deutschland erzielen dank den Schweizer Milchautomaten bei einem Verkaufspreis von rund einem Euro pro Liter rund viermal so viel wie für die Milch, die sie an Molkereien verkaufen. In Berlin verlangen gewisse Bauern sogar zwei Euro für den Liter aus dem Milchautomaten. Soweit will der Appenzeller Bauer Christian Zeller nicht gehen: «So mutig sind wir noch nicht. Aber wir wollen auch keine Wucherpreise erzielen.»

SRF 1, Regionaljournal Ostschweiz, 17:30 Uhr; zürs