Mit Abrissprämien gegen die Zersiedelung

Was tun mit alten Häusern, die das Dorfbild verschandeln? Mehrere St. Galler Gemeinden setzen auf Abrissprämien. Hausbesitzer sollen motiviert werden, ihre zerfallenden Liegenschaften abzureissen. Mit Neubauten will man attraktive Wohnungen schaffen und das verdichtete Bauen fördern.

Mit Abrissprämien neuen Wohnraum schaffen. In einigen St. Galler Gemeinden hat man damit Erfolg. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Mit Abrissprämien neuen Wohnraum schaffen. In einigen St. Galler Gemeinden hat man damit Erfolg. Keystone

Das schweizweite Pilotprojekt ist im Frühling 2010 im St. Gallischen Niederhelfenschwil gestartet. Mit grossem Erfolg, wie Gemeindepräsident Simon Thalmann sagt: «Es läuft gut. Wir haben jedes Jahr mehrere Anfragen und zahlen die Prämien von maximal 20'000 Franken regelmässig aus.»

Auch in Wartau und St. Margrethen werden Abrissprämien ausgezahlt. Reto Friedauer, Gemeindepräsident in St. Margrethen: «So können wir das Ortsbild verschönern und die Zersiedelung bekämpfen.»

Schweizweites Erfolgsmodell?

Der WWF ist von der Abrissprämie begeistert. Die Stiftung Landschaftsschutz Schweiz kritisiert, dass die Falschen belohnt werden. Diejenigen nämlich, die ihre Häuser verlottern lassen.

Das Modell zahlt sich in der Realität auch nicht überall aus. Im ausserrhodischen Walzenhausen wurde das Projekt eingestellt. Es gab keine Interessenten, heisst es auf Anfrage.