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Ein Paukenschlag mit Ankündigung
Aus Regionaljournal Ostschweiz vom 23.10.2019.
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Neue Spitalstrategie St. Galler Regierung will nur noch vier statt neun Spitäler

Das stationäre Angebot der St. Galler Spitäler soll konzentriert werden. Regionalspitäler haben nur noch wenige Betten.

Rund um die Spitäler im Kanton St. Gallen wurde lange diskutiert – nun hat die Kantonsregierung ihre Strategie bekannt gegeben, wie es mit den Spitalverbunden weitergehen soll. Das stationäre Angebot soll auf die vier Spitalstandorte Grabs, Uznach, Wil und St. Gallen konzentriert werden, teilt die St. Galler Staatskanzlei mit.

An den Standorten Altstätten, Wattwil, Flawil, Rorschach und Walenstadt sollen der Bevölkerung an sieben Tagen pro Woche während 24 Stunden Notfallzentren zur Verfügung stehen. Diese regionalen «Gesundheits- und Notfallzentren» sollen über ein kleines Bettenangebot verfügen, um stationäre Kurzaufenthalte zu ermöglichen, heisst es weiter.

Vier Spitäler und fünf Notfallzentren

Die Regierung unterstütze den Vorschlag des Lenkungsausschusses, welcher auch vom Verwaltungsrat der St. Galler Spitalverbunde unterstützt werde. Die Strategie mit dem Namen «4plus5» fusse auf der Basis eines abgestuften Versorgungsmodells.

  • Die stationäre Grundversorgung wird neu an vier Spitalstandorten konzentriert.
  • Die wohnortnahe Versorgung wird neu durch fünf regionale Gesundheits- und Notfallzentren ergänzt.
  • Die Versorgung durch die Rettungsdienste bleibt unverändert.
  • Die Zentrumsversorgung mit spezialisierten und hochspezialisierten Leistungen wird unverändert durch das Kantonsspital sichergestellt.

Die Schliessung der fünf regionalen Spitäler soll gestaffelt erfolgen: Sie beginnt 2022 mit Rorschach und Flawil, 2024 soll Wattwil folgen, 2027 Altstätten und Walenstadt. Die Regierung rechnet damit, dass das Spital Grabs um 64 Betten vergrössert werden muss, das Spital Wil um 20 Betten.

60 bis 70 Stellen weniger

Der Grossteil der Mitarbeitenden könne im Spitalverbund verbleiben, teilt die Regierung mit. Das Personal soll mehrheitlich Stellenangebote an den vier zukünftigen Spitalstandorten oder den Gesundheits- und Notfallzentren erhalten.

Die vier Regierungsmitglieder sitzen am Tisch. Fotografen lichten sie ab.
Legende: Die St. Galler Regierung unterstützt den Vorschlag des Lenkungsausschusses. Im Bild: Benedikt Würth, Heidi Hanselmann, Marc Mächler und Stefan Kölliker an der Medienorientierung. SRF/Peter Schürmann

Bis zum Ende der Umsetzungsphase im Jahr 2028 werde voraussichtlich jedoch weniger Personal benötigt als heute. Konkret geht es um 60 bis 70 Stellen, die gestrichen werden. Dieser Abbau soll möglichst über natürliche Fluktuationen geschehen, schreibt die St. Galler Regierung.

Ein Lenkungsausschuss mit drei Regierungsmitgliedern sowie zwei Verwaltungsräten hatte die Bevölkerung an den Spitalstandorten bereits vor einiger Zeit über die wirtschaftlichen Probleme informiert. Geprüft wurden auch Alternativkonzepte. Daraus entstand die Strategie, wie sie die Regierung nun vorstellt.

Schon bald keine Operationen mehr in Wattwil

Einige Vorentscheide sind bereits getroffen: Im Mai 2019 beschloss der Verwaltungsrat, als Reaktion auf die anhaltenden finanziellen Probleme, die Einstellung von Operationen am Spital Wattwil. Diese Massnahme tritt auf November in Kraft. In der Septembersession sprach der Kantonsrat zudem ein Notdarlehen für die Spitäler Wil und Wattwil in der Höhe von 9.7 Millionen Franken, um zumindest den vorläufigen Weiterbetrieb zu sichern.

Mit der Weichenstellung der Regierung hat der politische Prozess allerdings erst begonnen. Nun startet eine breite Vernehmlassung, danach folgt eine konkrete Vorlage an den Kantonsrat. Frühestens in der Aprilsession 2020 wird sich das Parlament damit befassen und schliesslich einen Entscheid fällen.

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12 Kommentare

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  • Kommentar von marlene Zelger  (Marlene Zelger)
    Eine bedrohliche Entwicklung. Wenn auf Kosten der Patienten Spitäler aus Spargründen geschlossen werden müssen, ist das eine gefährliche Entwicklung. Warum drückt man nicht endlich auf die Löhne der Fachärzte, oder die Preise der Apparate, oder unnötige Untersuchungsmethoden und überflüssige Operationen?
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  • Kommentar von marlene Zelger  (Marlene Zelger)
    Unverständlich: Einerseits will man Spitäler schliessen, anderseits kämpft man gegen die Begrenzungsinitiative. Im Bundeshaus hat nun Grün ein starkes Gewicht. D. h., die Zuwanderung wird nicht gebremst. Unter den Zuwanderern kommen auch (spätere) Patienten. Warteschlaufen für Behandlungen sind vorprogrammiert. Gute Besserung!
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  • Kommentar von Günter Rieker  (guedi)
    Wir sind häufig in Skandinavien und dort ist das Konzept mit den Notfallzentren normaler Alltag. Spitäler gibt es nur in den Zentren und das macht auch Sinn. Vor diesem Hintergrund frage ich mich schon, ob es wirklich Spitäler in St. Gallen und Wil braucht - 15 Minuten Fahrzeit.
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