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Interview mit Autorin Jolanda Spirig
Aus Regionaljournal Ostschweiz vom 06.06.2020.
abspielen. Laufzeit 11:10 Minuten.
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Neues Buch von Jolanda Spirig «Es gab schon Sachen, die ihr peinlich waren»

Als kleines Mädchen erlebt Martha Beéry-Artho die grossen Gegensätze zwischen ihrer Familie, die zu fünft in zwei Zimmern wohnten, und den hohen katholischen Geistlichen, für die ihr Vater arbeitete. Ihre Erinnerungen sind die Grundlagen für das neue Buch der Autorin Jolanda Spirig aus dem St. Galler Rheintal.

Jolanda Spirig

Jolanda Spirig

Autorin

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Jolanda Spirig schreibt Bücher aus der Alltagsperspektive. Ihre Büchern stützen sich auf Fakten und versuchen zu zeigen, wie Menschen gelebt haben. Jolanda Spirig lebt in Marbach im Kanton St. Gallen.

SRF News: Sie kannten Ihre Protagonistin schon länger. Wann haben Sie gemerkt, dass es hier eine spannende Geschichte gibt, über die Sie ein Buch schreiben wollen?

Jolanda Spirig: Martha Beéry-Artho hat mich als Person nicht interessiert. Erst als sie mir eine E-Mail geschickt hat als Reaktion auf mein Buch «Sticken und Beten». Sie schrieb, nun wisse sie, dass sie ihre Gefühle als Kind nicht getäuscht hätten.

Das war der Auslöser, aber es ist dann doch ein grosser Schritt zu sagen, wir arbeiten nun drei Jahre lang zusammen an einem Buch.

Ja, das stimmt. Ich habe nachgefragt, welche Gefühle sie meine und dann hat sie erzählt, dass ihr Vater Gärtner und Chauffeur in der Botschaft des Papstes in der Schweiz war und ihre Mutter hatte einen kleinen Lebensmittelladen in der Stadt Bern. Ich mag Gegensätze in meinen Büchern. Deshalb hat es mich interessiert, wie viel sie als kleines Mädchen mitbekommen hat.

Sie durften sogar das Tagebuch aus ihrer Pubertätszeit lesen. Gab es auch Geschichten, die Martha Beéry-Artho dann aber lieber nicht im Buch haben wollte?

Es gab schon Sachen, die ihr peinlich waren oder die sie lieber nicht drin haben wollte. Aber es war auch von Anfang an die Abmachung, dass wenn ich das lesen darf, dass sie dann stopp sagen darf, wenn sie etwas nicht drin haben will. Das habe ich bei allen meinen Büchern so gemacht und das hat immer geklappt.

Der Vater, den Martha Beéry-Artho sehr gern hatte, starb früh. Wie gehen Sie mit solch schmerzhaften Erinnerungen um?

Wenn ich mit jemandem eine solche Biografie-Arbeit mache, dann schaue ich schon früh, ob diese Person die Dinge verarbeitet hat und ob sie belastbar genug ist. Jemand, der mich schon mit zitternder Stimme anspricht oder in Tränen ausbricht, darauf würde ich mich nicht einlassen.

Wie kam das fertige Buch bei Martha Beéry-Artho an?

Sie findet es toll.

Was findet sie toll?

Dass es so vielschichtig ist. Dass es nicht nur einen Blick wirft auf das Ganze, sondern dass ich die unterschiedlichen Stränge herausgearbeitet habe, auch die Ambivalenzen – die es in jedem Leben gibt.

Das Gespräch führte Annina Mathis.

Regionaljournal Ostschweiz, 17:30 Uhr;

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