Nur jeder vierte Stuhl von einer Frau besetzt

Der Kanton Thurgau hat am Wochenende sein Parlament gewählt. Die Stimmbeteiligung lag bei mageren 30 Prozent. Und auch die Frauenquote ist wieder gesunken und liegt neu bei knapp 25 Prozent.

Die Thurgauer Regierung, neu gewählt, im Februar 2016. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Im Februar hatten die Frauen gut lachen: In die Thurgauer Regierung gewählt sind (v.l.n.r.) Komposch, Knill und Haag. Keystone

Im Thurgau haben sich vor vier Jahren 280 Kandidatinnen den Grossratswahlen gestellt.

Dieses Jahr waren es sieben Frauen mehr. Genützt hat dies nichts. Gewählt wurden sogar zwei Frauen weniger.

«  Klar sind wir frustriert. Aber wir sind auch motiviert, noch mehr zu tun. »

Monique Stahlkopf
Präsidentin KMU Frauen Thurgau

Enttäuscht darüber sind die KMU Frauen Thurgau, die sich mit Ausbildungsangeboten und Werbeplattformen für die Frauen eingesetzt haben. Trotzdem gibt sich die Präsidentin Monique Stahlkopf nicht geschlagen, wie sie gegenüber dem «Regionaljournal Ostschweiz» sagt: «Frauen müssen wissen, dass sie Potential haben und dass wir sie darin unterstützen.»

«  Die Frauenstimmen sind wichtig. »

Monique Stahlkopf

130 Sitze zählt das Thurgauer Parlament. Besetzt sind diese von 97 Männern und 33 Frauen - vor vier Jahren waren es noch 35 Frauen. Vor allem der Bezirk Frauenfeld hat Frauen verloren - von 11 auf neu 7 Sitze. Anders der Berzirk Münchwilen. Da haben die Frauen von 2 auf 4 Sitze zugelegt.

Die KMU Frauen Thurgau lancieren neu ein Vierjahres-Programm bis zu den nächsten Grossratswahlen. Damit sollten die Frauen animiert werden zu kandidieren, aber ebenso auch zu wählen, meint Monique Stahlkopf.