Ostschweizer Polizeien rücken immer näher zusammen

Ein gemeinsames Funknetz, eine gemeinsame Polizeischule, eine gemeinsame Uniform: Die Kantonspolizeien des Ostschweizer Polizeikonkordats arbeiten immer häufiger zusammen. Das wird sich auch in Zukunft nicht ändern: Mehrere Informatikprojekte stehen an.

Zwei Polizeibeamte für Polizeiauto Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Einheitliche Farbe: Seit 17 Jahren haben alle Ostschweizer Polizisten die gleiche Uniform. Keystone

Zum Ostschweizer Polizeikonkordat (Ost-Pol) gehören die Kantone St.Gallen, Thurgau, beide Appenzell, Glarus, Graubünden und Schaffhausen. Innerhalb des Konkordates sei die Zusammenarbeit sehr ausgeprägt, sagt Ost-Pol-Präsident Reto Cavelti. So führe man gemeinsam die Polizeischule Ostschweiz mit Sitz in Amriswil, ein gemeinsames Funknetz, und vor 17 Jahren habe man auch eine gemeinsame Uniform eingeführt.

Informatikprojekte und eine einheitliche Uniform

Auch in Zukunft werde der Zusammenarbeit einen hohen Stellenwert beigemessen. So stünden Informatikprojekte an – etwa im Bereich Cyberkriminalität –, die man innerhalb des Korps aber auch auf gesamtschweizerischer Ebene lösen wolle. Ein anderes Beispiel ist die Beschaffung einer einheitlichen Uniform, bei dem das Ostschweizer Polizeikorps mit dem Korps Zürich und dem Nordwestschweizer Polizeikorps zusammenarbeite.

Keine Fusionen geplant

Kein Thema ist die Fusion der einzelnen Polizeikorps zu einer Kantonspolizei Ostschweiz. Und auch auf kantonaler Ebene sind alle Fusionen vom Tisch:

  • Im Kanton Appenzell Innerrhoden wurde bereits drei Mal darüber über ein Zusammengehen mit der Kantonspolizei Appenzell Ausserrhoden diskutiert. Eine Auslegeordnung im Jahr 2010 kam aber zum Schluss, dass daraus keine Vorteile erwachsen. Auch mit der räumlichen Neuorientierung – die Kantonspolizei wird voraussichtlich vom Unteren Ziel auf das Spitalgelände ziehen – habe sich die Situation nicht geändert, so Landesfähnrich Martin Bürki.
  • Eine Fusion zwischen der Stadtpolizei St.Gallen und der Kantonspolizei ist seit 2012 ebenfalls vom Tisch. Eine Berechnung der Kantonsregierung zeigte, dass eine Heirat bis zu zehn Millionen Franken an Mehrkosten verursachen würde.
  • Auch ein Zusammenschluss zwischen Stadtpolizei Chur und Kantonspolizei Graubünden wird nicht weiterverfolgt. Der Sicherheitsbericht der Bündner Regierung kam vor einem Jahr zum Schluss, dass zwei eigenständige Polizeien besser auf die Bedürfnisse der Bevölkerung eingehen können.