Ostschweizer Zahnlabors geraten unter Druck

Ein Grund: Die Zahnärzte würden vermehrt ihre Arbeiten an Billigfirmen ins Ausland vergeben. In Kreisen der Labors rechnet man damit, dass bis zu einem Viertel der Labors deshalb verschwinden wird.

Leerer Zahnarztstuhl. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Einheimische Zahntechniker erhalten Konkurrenz aus dem Ausland. Keystone

Zahnärzte und zahntechnische Labors arbeiteten bis vor einigen Jahren Hand in Hand: Die Zahnärzte bestellten die Brücken, Kronen und Zahnprothesen für ihre Patienten in den Labors. Seit ausländische Anbieter mit billigeren Produkten auf den Markt treten, ändert sich dies aber zunehmend. Die Zahnärzte würden vermehrt auf die Billiganbieter in China oder auf den Philippinen zugreifen, monieren die Labors. Ihnen gehe deshalb die Arbeit aus.

«Das ist tatsächlich ein Trend. Aber es gibt weitere Gründe dafür, dass es vor allem für die kleineren Labors eng werde», sagt die St. Galler Zahntechnikerin Marlies Lorenzon, die bis vor kurzem auch Präsidentin des Verbandes zahntechnischer Laboratorien der Schweiz war. «Die Technik hat sich in den vergangenen Jahren sehr entwickelt. Aber gerade kleineren Labors fehlen die Mittel, entsprechend zu investieren.» Auch dies führe dazu, dass sich die Situation für diese Labors verschlechtere.

Marlies Lorenzon kritisiert aber, dass die billigen Produkte aus dem Ausland keiner Deklarationspflicht unterstünden. «Die Patienten haben ein Anrecht darauf zu wissen, woher die Produkte kommen, die ihnen verkauft werden.» Diese Informationspflicht sei heute nicht gegeben.