Patientenstelle Ostschweiz verurteilt neue Screeningstudie

Die Kontroverse um flächendeckende Brustkrebs-Screenings für Frauen ab 50 Jahren ist neu entbrannt. Aus Sicht des medizinischen Fachgremiums Swiss Medical Board richten die Programme mehr Schaden als Nutzen an. Die Befürworter
der Screenings widersprechen heftig.

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Bildlegende: Neue Studie kritisiert Mammografie-Programme der Kantone Keystone

Seit Jahren werden in St. Gallen, Graubünden und im Thurgau die Frauen über 50 eingeladen, ihre Brust zu untersuchen. Alle zwei Jahre werden sie aufgeboten. Die Hälfte der Kosten übernimmt die Krankenkasse, die Hälfte der Kanton.

Besonders kritisch ist aus Sicht des Fachgremiums vor allem, dass die Screenings in vier Prozent der Fälle fälschlicherweise positive Befunde zeigten. Die folgenden Behandlungen und Abklärungen lösten bei den behandelten Frauen Ängste aus und beeinträchtigten deren psychisches Wohlbefinden und die Lebensqualität.

Die Thurgauer SP-Nationalrätin Edith Graf-Litscher, Präsidentin der Patientenstelle Ostschweiz, sagt gegenüber der Sendung «Regionaljournal Ostschweiz» von Radio SRF, dass diese Studie ungenau sei. Die Autoren hätten nicht genau hingeschaut. Es gäbe auch Studien, die das Gegenteil behaupten. Sie werde mit den kantonalen Gesundheitsdirektoren das Gespräch suchen und ihnen raten an den Programmen festzuhalten.