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Ostschweiz Prozess: Muslimische Familie widersetzt sich Schulgesetz

Eine muslimische Familie aus St. Margrethen SG weigert sich seit Jahren, ihre Kinder am Schulschwimmen, an Lagern und anderen besonderen Schulanlässen teilnehmen zu lassen. Dem 40-jährigen Vater droht jetzt eine Freiheitsstrafe von vier Monaten.

Legende: Video Verurteilt wegen Schulschwimm-Verbot abspielen. Laufzeit 3:19 Minuten.
Aus Schweiz aktuell vom 29.06.2016.

Der aus Bosnien-Herzegowina stammende, einschlägig vorbestrafte Familienvater steht am Mittwoch vor dem Kreisgericht Rheintal. Er wehrt sich gegen einen Strafbefehl, den er Ende 2015 erhalten hatte. Die Staatsanwaltschaft verurteilte ihn damals wegen mehrfacher Verletzung der Fürsorge- und Erziehungspflicht, Ungehorsams gegen amtliche Verfügungen und mehrfacher Widerhandlung gegen das kantonale Volksschulgesetz zu einer unbedingten Freiheitsstrafe von vier Monaten und einer Busse von 1000 Franken.

Zudem wollte die Staatsanwaltschaft, dass das kantonale Migrationsamt einen Widerruf der Niederlassungsbewilligung des Beschuldigten prüft. Weil der Familienvater den Strafbefehl anfocht, muss sich jetzt das Kreisgericht mit der Sache befassen. Das Gericht hatte die muslimischen Eltern bereits im März 2015 wegen gleicher Vorwürfe verurteilt. Sie hatten sich jeweils auf die Glaubensfreiheit berufen. In einem weiteren Prozess erhielt die Familie Ende 2015 vom Bundesgericht Recht: Der älteren Tochter wurde erlaubt, mit Kopftuch zur Schule zu gehen.

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6 Kommentare

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  • Kommentar von Karl Paul (Karl Paul)
    Schule und Religion sollten in der Schweiz strickte getrennt sein. So wie Staat und Religion. Religion ist Privatsache! Schule nicht.
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  • Kommentar von Rolf Künzi (Unbestimmt)
    Wie gesagt jeder Brauch hat seine Tücken. Den Ramadan kann man am Nordpol nicht ausüben weil man da im ewigen Sommer verhungern würde. Jede Regel ob politisch, religiös oder wirtschaftlich kann störend und hinderlich werden. Der Erfolgreichte indische Film von Aamir Kahn zeigt das perfekt. Einfach super heilsam. https://youtu.be/82ZEDGPCkT8
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  • Kommentar von Kerzenmacher Boris (zombie1969)
    Keine Asiate oder Südamerikaner würde auf die Idee kommen eine Sonderbehandlung zu fordern. Bei dieser Gruppe beobachtet man aber Stolz hier zu sein und ihnen ist es auch wichtig, dass ihre Kinder gut Deutsch sprechen und in der Schule gute Leistungen bringen. Sonderforderungen kommen nur von Muslimen. Es ist unfassbar, dass jemand der Regeln aufstellt, sich permanent als Fremdenfeind bezichtigen lassen muss. Hier ist es wie es ist und wem es nicht gefällt, hat die Freiheit zu gehen.
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