Psychiatrische Klinik setzt auf Trips in virtuelle Welten

Hat die klassische Kunsttherapie bald ausgedient: Mit dieser Frage setzen sich Therapeuten in psychiatrischen Kliniken auseinander. Aus dem st.gallischen Wil kommt eine klare Antwort. Dort setzen Experten auf Neue Medien.

Rose Ehemann vor dem Computer. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Sein Ich mit einem Ausflug in die virtuelle Welt erforschen. Die Psychiatrische Klinik Wil setzt auf Neue Medien. SRF

Schweizweit gilt die Therapieform als Novum: Psychisch kranke Patienten verlassen im Rahmen ihrer Kunsttherapie zunächst die Realität und erforschen ihr Ich mit einem Ausflug in die virtuelle Welt.

Im «Second Life» treten sie mit anonymer Identität mit Fremden in Kontakt - und legen so ihre Scheu ab zu kommunizieren.

«Unsere Forschungen zeigen, dass diese Art von Therapie nachhaltige Wirkung hat», erklärt Rose Ehemann, die Leiterin des Kunstateliers an der Psychiatrischen Klinik im st.gallischen Wil. Bei Probanden sei beobachtbar, dass sie wieder offener auf andere Personen zugingen. Auch in der künstlerischen Ausdrucksform sei diese Stärkung nachweisbar. So würden die Teilnehmer virtueller Therapien auch selbstbewusster zeichnen und malen.

Neue Medien und ihr Einfluss auf die Kunsttherapie: Dies ist auch das Thema am Kunsttherapie-Symposium in Wil. Dieses findet am 16. und 17. September statt.