Richtplan: Thurgauer Regierung geht nochmals über die Bücher

Wer wo bauen kann, wo es Windkraftwerke geben und wie sich der Kanton weiterentwickeln soll, da will die Thurgauer Regierung in Zukunft mehr mitreden und das kommt nicht gut an. Die Kritik am Entwurf des kantonalen Richtplans ist so massiv, dass die Regierung nochmals über die Bücher gehen wird.

Blick auf ein Feld Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Wo darf künftig im Thurgau gebaut werden? Die Regierung will mehr Mitsprache und erntet dafür massiv Kritik. Keystone

Interessenvertreter, Verbände, Parteien und auch einzelne Bürgerinnen und Bürger haben beim Kanton interveniert. 300 Eingaben seien eingegangen, die jetzt alle geprüft werden müssten, sagt die Thurgauer Raumplanerin Andrea Näf gegenüber der Sendung «Regionaljournal Ostschweiz» auf Radio SRF 1.

Die Gemeinden haben Angst um ihre Autonomie, heisst es vom Verband Thurgauer Gemeinden. Die Wirtschaft meldet ihre Bedenken an, dass die Baulandreserven langfristig zu klein seien.

Und auch die Opposition gegen die geplanten Windkraftanlagen auf dem Hügelzug zwischen den beiden Gemeinden Braunau und Wuppenau ist gross.

«  Wir gehen davon aus, dass es Anpassungen gibt. »

Andrea Näf
Vorsteherin Amt für Raumplanung Thurgau

Die Misstöne sind so laut, dass das Lob über den Richtplanentwurf kaum gehört wird. Aus Umweltschutzkreisen und von linker Seite wird er als «Trendwende» bezeichnet. Die Grüne Thurgau hebt hervor, dass der kantonale Richtplan erstmals ein Instrument zur Wachstumsbegrenzung der Bauzonen sei und spricht ihre Unterstützung aus.