Schlechte Noten für das Glarner Gefängnis

Veraltet, eng und ungeeignet für weibliche Häftlinge: Die Nationale Kommission zur Verhütung von Folter (NKVF) kritisiert das Glarner Kantonsgefängnis. Frauen sollen gar ausserhalb des Kantons Glarus in Haft gebracht werden, schlägt die Kommission vor.

In einem am Donnerstag veröffentlichten Bericht schreibt die Nationale Kommission zur Verhütung von Folter (NKVF), die Bewegungsfreiheit der Häftlinge sei wegen der veralteten Infrastruktur eingeschränkt. Das Gefängnis ist über hundert Jahre alt.

Davon betroffen seien insbesondere Gefangene in ausländerrechtlicher Administrativhaft. So würden beispielsweise nicht genügend Räumlichkeiten für Beschäftigung und Freizeitaktivitäten zur Verfügung stehen. Die Kommission empfiehlt der Anstaltsleitung, für ausländerrechtlich Inhaftierte eine eigene Abteilung mit gelockertem Haftregime zu schaffen.

Frauen sollen in andere Gefängnisse

Dies habe auch Auswirkungen auf die Untersuchungshaft. Wegen der beschränkten Beschäftigungsmöglichkeiten würden Untersuchungshäftlinge in der Regel den ganzen Tag in ihrer Zelle verbringen. Noch weiter geht die Kommision bei der Inhaftierung der Frauen. Die Glarner Anstalt sei für Frauen schlicht ungeeignet, der Kanton soll sich daher nach einer Zusammenarbeit mit anderen Kantonen umsehen und die Frauen anderswo unterbringen.