Öffentlicher Verkehr Schmerikon will nicht aufs Abstellgleis

In Schmerikon im St. Galler Linthgebiet sieht man sich auf dem Abstellgleis: Es geht um Züge, die nicht mehr halten und Anschlüsse, die Pendler in Rapperswil-Jona verpassen. Der Gemeinderat hat sich mit deutlichen Worten beim Kanton gemeldet, nun doppelt ein Kantonsrat mit einem Vorstoss nach.

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Bildlegende: Für die Pendler aus Schmerikon bleibt am Bahnhof Rapperswil kaum Zeit fürs Umsteigen. Keystone

Wer von Schmerikon nach Zürich pendelt, muss nach dem Fahrplanwechsel von letztem Dezember gut auf den Beinen sein. Beim Umsteigen in Rapperswil-Jona auf den Anschlusszug hat man gerade einmal drei Minuten. Das sei kaum zu schaffen, sagt der SVP-Kantonsrat René Bühler. Denn der Zug nach Zürich ist nicht auf dem gleichen Perron. Das müsse sich ändern und deswegen fordert Bühler die St. Galler Regierung in einem Vorstoss auf, sich bei den SBB für die Bedürfnisse der Pendler aus Schmerikon einzusetzen.

SBB will der Regierung nicht vorgreifen

Die SBB wolle sich nicht dazu äussern, denn es sei schlechter Stil, wenn die St. Galler Regierung vom Angebotserbringer SBB aus den Medien erfahren müsse, wie sie das Problem lösen wolle, heisst es auf Anfrage bei den SBB. Man sei aber in Kontakt mit der St. Galler Regierung.

Angst vor Verlust von Standortvorteil

Noch mehr Bauchweh macht aber dem St. Galler Kantonsrat René Bühler der Fahrplanwechsel 2019. «Ab dann hält der Schnellzug nicht mehr in Schmerikon.» Das sei ein massiver Standortnachteil für die Gemeinde am Obersee mit gut 3300 Einwohnern, findet der Kantonsrat. Bei der St. Galler Regierung heisst es, man werde sich mit den SBB an einen Tisch setzen und die Probleme ansprechen. Das sei im März geplant.