Schülerzahlen im Thurgau steigen wieder

Nach einem zehnjährigen Rückgang der Schülerzahlen rechnet das Bundesamt für Statistik wieder mit einem Anstieg der Schülerzahlen in der Volksschule. In der Ostschweiz insbesondere im Thurgau. Einen Rückgang soll es in Graubünden und Appenzell Innerrhoden geben.

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Bildlegende: Weil es mehr Studierende gibt, plant der Kanton Thurgau für die Pädagogische Hochschule Thurgau einen Erweiterungsbau. Kanton Thurgau

Gemäss den neuen Szenarien des Bundesamtes für Statistik (BFS) werden die Schülerbestände in der gesamten obligatorischen Schule, die seit 2003 um sieben Prozent abgenommen haben, bis 2023 um neun Prozent auf total 770'000 Schülerinnen und Schüler wachsen.

Auf der Primarschulstufe rechnet das BFS in dieser Periode mit einer Zunahme von elf Prozent. Auf der Sekundarstufe I dürfte der Wiederanstieg erst 2017 einsetzen und bis 2023 rund neun Prozent betragen.

Die Zahl der Kindergartenschüler hat sich bereits seit 2007 um zwölf Prozent erhöht und dürfte bis 2023 um weitere zehn Prozent zunehmen. Grund dafür ist neben der Geburtenzunahme die Harmonisierung des Eintrittalters (Harmos-Konkordat).

Wachstum und aber auch Rückgang in der Ostschweiz

Die Schülerzahlen auf der Primarstufe und Sekundarstufe I wachsen nicht überall im selben Ausmass. Für einzelne Kantone, darunter Appenzell Innerrhoden und Graubünden, sieht das BFS gar einen Rückgang voraus. Der Kanton Graubünden selber rechnet damit, dass die Schülerzahlen von Chur bis Domat-Ems und bis Landquart stabil bleiben oder etwas zunehmen. In ländlicheren Gegenden wie dem Bergell nehmen die Schülerzahlen ab, erklärt Andrea Caviezel, Leiter der Schulaufsicht im Kanton Graubünden. Dort suchten die lokalen Schulen nach Lösungen.

Kräftige Steigerungsraten von 11 bis 13 Prozent werden unter anderem für den Kanton Thurgau veranschlagt. Walter Berger, Chef des Thurgauer Volkschulamts, rechnet mit einer Zunahme von zehn Prozent. Vor allem in Gegenden, die verkehrstechnisch gut erschlossen seien, an schönen Wohnlagen, am See in der Region Kreuzlingen und im Hinterthurgau rechnet Walter Berger mit einer Zunahme der Schülerzahlen, wie er gegenüber der Sendung «Regionaljournal Ostschweiz» von Radio SRF1 erklärt.

Für die im letzten Jahrzehnt stark angewachsenen Bestände auf der Sekundarstufe II (Berufslehre, Gymnasium) erwartet das BFS nur geringfügige Veränderungen. An den Hochschulen dürfte die Zahl der Studierenden deutlich weniger stark ansteigen als bisher.

Die markanteste Zunahme wird für die Pädagogischen Hochschulen (+24 %) prognostiziert.