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Schwägalp-Lawine Die Suche nach möglichen Vermissten geht weiter

Legende: Audio Lawinenniedergang auf der Schwägalp: Arbeiten wiederaufgenommen abspielen. Laufzeit 03:15 Minuten.
03:15 min, aus HeuteMorgen vom 11.01.2019.

Nachdem sich am Nordhang des Säntis völlig unerwartet eine Lawine gelöst hatte, haben Rettungskräfte auf der Schwägalp (AR) am Donnerstagabend nach möglichen Opfern gesucht. Wegen starken Schneefalls und anhaltender Lawinengefahr mussten sie die Arbeiten am späten Abend einstellen. Seit heute Morgen sind sie wieder im Einsatz.

Michael Breu

Michael Breu

Ostschweiz-Korrespondent, SRF

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Michael Breu studierte Umweltwissenschaften und arbeitet seit 2013 beim Regionaljournal Ostschweiz. Davor war er Produzent der 3sat-Wissenschaftssendung nano.

Drei Personen wurden leicht verletzt. Kann die Polizei mittlerweile weitere Opfer ausschliessen?

Zumindest von den Hotelgästen und dem Personal werden keine Personen vermisst. Auf dem Parkplatz vor dem Hotel Säntis sind laut Sprecher der Kantonspolizei Appenzell Ausserrhoden keine Verschütteten gefunden worden. Bisher sind auch keine Vermisstmeldungen eingegangen. Man kann aber nicht ausschliessen, dass Wanderer oder Skitourenfahrer von der Lawine verschüttet wurden.

Lawinengefahr bleibt bestehen

Die Lawinen gehen normalerweise im hinteren Bereich des Säntis-Massivs nieder, sagt der Sprecher der Kapo Appenzell Ausserrhoden, Anton Sonderegger. Die Polizei rät dringend davon ab, sich in diesen Bereichen aufzuhalten. Alle Personen, die im Hotel übernachteten, sind unterdessen ins Tal transportiert worden.

Die Passstrasse von von Neu St. Johann nach Urnäsch konnte wieder geöffnet werden.

Es ist aber von einem erheblichen Sachschaden auszugehen. Hotel und Personalhaus sind bis in den 1. Stock mit Schnee gefüllt. Auf dem Parkplatz sind 25 Autos zugeschüttet worden.

In den vergangenen Tagen fiel in der Säntis-Region über ein Meter Schnee. Haben die Behörden die Gefahr einer Lawine nicht erkannt?

Experten des Schweizer Instituts für Schnee- und Lawinenforschung (SLF) in Davos sprechen nicht von Rekordmengen an Schnee. Und weil die Prognose eine Beruhigung der Schneefälle versprach, wurde das Risiko für Lawinen im Alpenraum von Stufe 4 auf Stufe 3 herabgesetzt.

Ein SLF-Mitarbeiter sagte zudem: Solange man nicht wisse, wie und was die Lawine ausgelöst hat, kann man auch nicht sagen, ob man die Gefahr falsch eingeschätzt habe.

Am Nordhang des Säntis steht schon lange ein Hotel. Hat man die Gefahrensituation falsch eingeschätzt?

Lawinen auf der Schwägalp hat es immer wieder gegeben, aber nicht im Bereich des Hotels.

Das Gespräch führte Christina Scheidegger.

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3 Kommentare

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  • Kommentar von Daniel Schmidlin (Queren life)
    Es ist fast ein Wunder, dass es keine Toten gegeben hat. Ich stufe das Ereignis als gewaltig ein. Mit der Naturbelassenheit der Steilwiesenhänge bis unter Felswände über der Schwägalp wird es nun bald vorbei sein. Nun müssen auch dort Lawinenverbauungen angebracht werden um den ganzen Infrastrukturbereich der Schwägalp zu schützen. Das Bild hinauf zum Säntis wird sich verändern.
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  • Kommentar von Andreas Graf (agraf)
    Die Schwägalp liegt direkt an der Westflanke des Säntis. Viele Orte in der Schweiz liegen so und es wird allerorts munter weiter gebaut. Aus den Appenzeller Chroniken sind Lawinen am Säntis bis herunter in die Ebenen bekannt. In der Vergangenheit wie auch heute gibt es in regelmässigen Abständen grosse Schneefälle. Wir leben in den Alpen, trotzdem werden Risiken immer öfter bewusst ausgeblendet, was konsequenterweise zu Unfällen und Schäden führt. Lernen wir so wieder Respekt vor der Natur?
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  • Kommentar von Peter Schürch (Peter_Schürch)
    Es ist nicht korrekt, dass die Lawinengefahr im Bereich des Hotels Schwägalp nicht bekannt war. Das Hotel liegt im blauen und gelben Gefahrenbereich der Naturgefahrenkarte aus dem Jahr 2009! Blauer Gefahrenbereich bedeutet, dass die Intensität eines Ereignis für schwere Schäden an Gebäuden ausreicht und dass Personen ausserhalb von Gebäuden erheblich gefährdet sind. Wurden bei der Renovation im Jahr 2015 die nötigen Massnahmen (Objektschutz vor Naturgefahren) getroffen?
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