Schwerverletzte nach Messerattacke in Zug

Ein 27-jähriger Schweizer hat am frühen Nachmittag in einem Regionalzug im Rheintal eine brennbare Flüssigkeit ausgeschüttet und in Brand gesetzt. Zudem stach er auf mehrere Zugpassagiere ein. Eines der Opfer schwebt in Lebensgefahr.

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Attacke auf Zugpassagiere im Rheintal

0:53 min, aus Tagesschau vom 13.8.2016

Ein 27-jähriger Schweizer hat in einem Zug im Kanton St.Gallen mehrere Zugpassagiere angegriffen und zum Teil schwer verletzt. Eine Frau schwebt in Lebensgefahr. Die übrigen Opfer, zwei weitere Frauen, zwei Männer sowie ein 6-jähriges Kind sind ausser Lebensgefahr. Einige von ihnen mussten jedoch mit zum Teil schweren Brandverletzungen in Spezialkliniken geflogen werden.

Nach Angaben der St.Galler Kantonspolizei schüttete der mit «mindestens einem Messer» bewaffnete Täter gegen 14:30 Uhr vor einer Zugpassagierin eine brennbare Flüssigkeit aus. Diese geriet in Brand. Ausserdem stach der Mann wahllos auf andere Passagiere ein. Zur Tatzeit befanden sich mehrere Dutzend Passagiere im Regionalzug.

Hintergründe unklar – noch keine Befragung des Täters

Da auch der Täter in kritischem Zustand ins Spital gebracht werden musste, war eine Befragung bisher nicht möglich. «Wir wissen noch nicht, wo und weshalb der Mann in den Zug eingestiegen ist und ob er jemanden von den Passagieren kannte», sagte Kapo-Medienchef Hanspeter Krüsi am Abend. Auch der Lokführer stehe unter Schock und habe ebenfalls noch keine Angaben machen können.

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Bildlegende: Die Attacke ereignete sich auf der Regionalstrecke zwischen Buchs und Sennwald srf

Die Hintergründe der Tat liegen laut Krüsi noch völlig im Dunkeln. Hinweise auf einen terroristischen Hintergrund gäbe es derzeit keine. Die Staatsanwaltschaft des Kantons St.Gallen hat eine Strafuntersuchung eröffnet. Ermittelt wird unter anderem wegen schwerer Körperverletzung und Brandstiftung. Es soll auch eine Hausdurchsuchung geplant sein.

Grossaufgebot der Rettungskräfte

Nebst einem Grossaufgebot der Kantonspolizei St.Gallen standen die Feuerwehr, drei Rettungshelikopter, zwei Notärzte, drei Rettungswagen sowie Sachverständige der Bahnbetriebe im Einsatz. Auch psychologische erste Hilfe und die Krisenintervention der Bahn waren vor Ort.

Der Bahnhof Salez war lange für den Bahnverkehr nur eingeschränkt befahrbar und wurde erst gegen 20 Uhr wieder für den Verkehr freigegeben. Am Zug entstand ein Sachschaden von über 100'000 Franken.