Spielregeln für das Zusammenleben mit dem Biber im Thurgau

Der Kanton Thurgau hat ein Biber-Konzept erarbeitet. Es soll den Umgang mit dem Biber und Konflikten in den nächsten Jahren regeln.

Angefressener Baumstamm Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Biber richten Schäden an und das führt zu Konflikten. Keystone

Mit schätzungsweise 500 Tieren dürfte der Kanton Thurgau den höchsten Biberbestand der Schweiz haben.

Weil Biber Gewässerverläufe verändern, Bäume fällen und Feldfrüchte fressen, lösen sie bei Bauern und Förstern nicht nur Freude aus. Darum wurde ein Biber-Konzept erarbeitet.

Das Konzept umfasst vier Ziele: Sicherung einer überlebensfähigen Biberpopulation; Minimierung der Biberschäden; regelmässige Erhebung des Biberbestandes; Information und Beratung der Öffentlichkeit und der Geschädigten.

Das Konzept sei aber kein Patentrezept für alle Konfliktsituationen, erklärt Roman Kistler, Amtstleiter der Thurgauer Jagd-und Fischreiverwaltung gegenüber der Sendung «Regionaljournal Ostschweiz» von Radio SRF1.

Er sei sehr froh um das Konzept, sagt Toni Kappeler, Präsident von Pro Natura Thurgau und grüner Kantonsrat. Nun sei klar festgehalten, was erlaubt sei und was nicht. Etwa Biberdämme abbrechen ohne Bewilligung oder Biber töten, sei gesetzeswidrig und werde verzeigt.

Im Thurgau wurden in den Jahren 1968 und 1969 am Nussbaumersee neun norwegische Biber ausgesetzt, die den heutigen Biberbestand im Thurgau begründeten. Die geschätzten 500 Biber im Thurgau machen einen Viertel des Bestandes in der gesamten Schweiz aus.