St. Gallen: Kantonsrat diskutiert über Pendlerabzug

Die Pendler können bald weniger Fahrkosten von den Steuern abziehen, so im Thurgau oder im Kanton Appenzell Ausserrhoden. Und im Kanton St. Gallen wird dieser Abzug in den nächsten Tagen im Parlament zur Diskussion stehen. Die Regierung schlägt eine Beschränkung des Abzugs auf 3'000 Franken vor.

Ein Mann hält sich an einer Stange in einem Bus fest. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: St. Galler Kantonsrat: Pendeln mit Öffentlichen Verkehrsmitteln ist im Sinne der Mehrheit. Keystone

Ein Autopendler von Sargans nach St.Gallen kann 18'000 Franken abziehen und ein öV-Pendler auf der gleichen Strecke mit einem SBB-Generalabo 2. Klasse nur 3'550 Franken. Die St. Galler Regierung will diesen Umstand ändern, vor allem aus Spargründen, wie es heisst. Und sie will den Pendlerabzug auf 3'000 Franken beschränken.

Das sei viel zu wenig, findet die SVP. Es gebe schliesslich Leute, die auf das Auto als Transportmittel zur Arbeit angewiesen seien. Sie fordert einen Pendler-Abzug von 6'000 Franken.

Referendum angekündigt

Die Kommission des Kantonsrates hat dieses Geschäft beraten und kommt zum Schluss: es muss die goldene Mitte sein bei 3'550 Franken. Soviel nämlich kostet ein GA 2. Klasse der SBB. Den Pendlerabzug will die Kommission an den SBB-Tarif binden und erhält für diesen Vorschlag Unterstützung von den Fraktionen FDP und CVP/EVP, wie sich diese gegenüber der Sendung «Regionaljournal Ostschweiz» auf SRF1 äussern.

Der Kanton St. Gallen solle keine zusätzlichen Anreize für Pendler über lange Distanzen schaffen, und wenn es ohne Pendeln nicht gehe, dann mit dem öV, heisst es von FDP und CVP weiter. Sollte es nicht nach der Meinung der SVP gehen, so dürfte diese, wie angekündigt, das Referendum ergreifen.