St. Galler Zeitvorsorge in der Testphase

Die Personaldecke im Gesundheitswesen ist dünn. Mit der Annahme der Masseneinwanderungsintiative dürfte sich die Lage noch zuspitzen. Modelle, in welchen fitte ältere Menschen in der Pflege mithelfen, sind gefragt. Das St. Galler Projekt «Zeitvorsorge» könnte dadurch Aufschub erhalten.

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Bildlegende: Junge Senioren helfen alten Senioren im Alltag und erhalten Zeit statt Geld auf ein Konto gutgeschrieben. Keystone

Der Personalmangel im Gesundheitswesen ist akut. SVP-Parteipräsident Toni Brunner will deshalb ältere und fitte Menschen mit Steuervergünstigungen belohnen, falls sie sich in der Alten-Pflege engagieren. In der Schweiz wird mit verschiedenen Modellen versucht, ältere Menschen dafür zu motivieren. Keines geht aber soweit wie das Zeitvorsorge-System in St. Gallen. Priska Muggli, die Geschäftsführerin: «Wir sind seit Januar in der Testphase. 13 Zeitvorsorgende sind an der Arbeit. Im Moment probieren wir die Abläufe zu optimieren.»

Pionierprojekt

Fitte Pensionierte, die hilfsbedürftige Pensionierte unterstützen und dafür kein Geld sondern ein Zeitguthaben erhalten: Das ist die Idee der St. Galler «Zeitvorsorge». Das Projekt der Stadt St. Gallen und des Bundes kommt gut voran. Im Mai will man mit 100 Zeitvorsorgenden starten. «Die ersten Erfahrungen mit unseren Partnern der Spitex und der Pro Senectute stimmen mich optimistisch», sagt Priska Muggli, Geschäftsführerin der Stiftung Zeitvorsorge.