Stellen schwule Senioren Altersheime vor Probleme?

Nicht heterosexuelle Seniorinnen und Senioren sind eine Herausforderung für Alters-und Pflegeheime in der Schweiz. Diese Institutionen sind kaum vorbereitet auf die steigende Zahl von offen lebenden homosexuellen Heimbewohnern. Das zeigt eine Studie unter der Leitung der Fachhochschule St. Gallen.

Homosexuelle im Altersheim haben andere Bedürfnisse als heterosexuelle Bewohner. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Homosexuelle im Altersheim haben andere Bedürfnisse als heterosexuelle Bewohner. Keystone

Sabina Misoch, Professorin an der Fachhochschule St. Gallen, hat die Ergebnisse aus einer Umfrage bei über 350 Alters-und Pflegeheimen in der ganzen Schweiz ausgewertet. Sie ist überrascht vom Ergebnis: «Die meisten Heime haben gesagt, sie hätten keine Erfahrung mit homosexuellen Renterinnen und Rentnern. Doch das kann nicht sein. Schliesslich sind zwischen fünf und zehn Prozent der Bevölkerung nicht heterosexuell.»

Keine Diskriminierung im Heim

Es dürfe nicht sein, dass sich Menschen im Altersheim für ihre sexuelle Orientierung schämen müssten, findet auch Max Krieg vom Schweizer Dachverband der Schwulen, Pink Cross: «Schwule und Lesben müssen in den Heimen akzeptiert werden wie sie sind. Sie dürfen nicht stigmatisiert werden.» Es ist zum ersten Mal, dass in der Schweiz wissenschaftlich untersucht wird, wie Alters-und Pflegeheime mit Homosexualität umgehen. Pink Cross, der die Studie zusammen mit der Lesbenorganisation LOS, in Auftrag gegeben hat will weiter am Ball bleiben. In einer weiterführenden Studie soll erforscht werden, wie wohl sich Schwule und Lesben in den Alters-und Pflegeheimen fühlen.