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Ostschweiz Thurgauer Biberkonzept in der Kritik

Das Biberkonzept des Kantons Thurgau steht in der Kritik. Betroffene Bauern werfen dem Kanton vor, die Entschädigung sei noch immer nicht geregelt. Ausserdem seien die vorgeschlagenen Massnahmen zu unkonkret. Für den Umweltverband Pro Natura Thurgau allerdings ist das Biberkonzept gelungen.

Der Biber sorgt bei Thurgauer Bauern auch mit dem neuen Biberkonzept noch immer für rote Köpfe.
Legende: Der Biber sorgt bei Thurgauer Bauern auch mit dem neuen Biberkonzept noch immer für rote Köpfe. Keystone

Landwirte klagen darüber, dass die Biber immer mehr Bäume fällen, Strassen untergraben und Bach- und Flussläufe verändern. Rund 10 Jahre gärte der Konflikt zwischen Bauern und Umweltschützern, bis der Kanton sein Biberkonzept ausgearbeitet hatte. Diese sieht individuelle Lösungen vor.

Hans Stalder, Landwirt aus Rothenhausen: «Ich bin enttäuscht. Ich werde von den Behörden nicht ernst genommen. Das Konzept ist ein Hohn.»

Streit um finanzielle Entschädigung

Insbesondere die finanzielle Entschädigung sorgt weiter für Unmut. Kulturschäden, gefällte Bäume oder zerstörte Felder werden zwar von Kanton und Bund vergütet. Bei Schäden an der Infrastruktur fehle aber eine gesetzliche Grundlage.

Auch Philip Taxböck, Leiter des Projekts «Hallo Biber» von Pro Natura Thurgau gibt zu: «Die finanzielle Vergütung von Schäden an der Infrastruktur ist auf nationaler Ebene noch nicht geregelt, deshalb fehlt sie im Biberkonzept.»

Wenn Biber Privatstrassen unterhöhlen, haftet der Landwirt rechtlich und finanziell. Trotz des neuen kantonalen Biberkonzepts sind die Konflikte im Kanton Thurgau rund um das Nagetier noch nicht bereinigt.

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