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Chancen und Herausforderungen beim Aprikosenanbau im Thurgau
Aus Regionaljournal Ostschweiz vom 13.07.2020.
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Thurgauer Obsternte Ein grösseres Stück vom Schweizer Aprikosenkuchen

Die meisten Schweizer Aprikosen stammen aus dem Wallis. Doch auch der Thurgau versucht sich im Aprikosenanbau.

2020 sei ein durchschnittliches bis gutes Erntejahr mit Aprikosen von sehr guter Qualität, teilte der Schweizer Obstverband Ende Juni mit. Allein im Wallis sollen dieses Jahr schätzungsweise 7600 Tonnen Aprikosen geerntet werden. Die rund 150 Walliser Produktionsbetriebe decken 95 Prozent der Schweizer Produktion ab.

Deutlich weniger Aprikosen werden im Kanton Thurgau produziert. Der Grund sind die klimatischen Verhältnisse, welche in der Ostschweiz weniger gut für den Aprikosenanbau geeignet sind. Auf der Suche nach alternativen Obstsorten werden im Kanton Thurgau jedoch seit rund 15 Jahren Versuche durchgeführt, um herauszufinden, mit welchen Hilfsmitteln im Apfelkanton auch Aprikosen gewinnbringend angebaut werden könnten.

Ernüchternde Ergebnisse und mögliche Lösungen

Die Versuche führt das Bildungs- und Beratungszentrum Arenenberg mit interessierten Produzenten durch. Es habe sich gezeigt, dass der Aprikosenanbau im Kanton Thurgau tatsächlich nicht einfach ist, sagt Urs Müller, Leiter Obst Gemüse Beeren am BBZ Arenenberg: «Da sind wir mittlerweile etwas ernüchtert.»

Das Hauptproblem seien viele Baumausfälle. Ein Phänomen, das man beispielsweise auch in der Steiermark oder in Ungarn beobachte, so Müller. Der Grund, warum manche Aprikosenbäume plötzlich absterben, sei noch nicht vollends geklärt. Die Bäume können vom Frost geschwächt oder von einem Erreger befallen werden – zum Teil sei aber auch kein genauer Grund erkennbar.

Aprikosenbäume unter einer Plastikfolie
Legende: Folien könnten helfen Baumausfälle zu verhindern. SRF

Wenn das Problem mit den vielen Baumausfällen gelöst werden kann, sei die Aprikosenproduktion für den Kanton Thurgau interessant, sagt Urs Müller. In weiteren Versuchen werde deshalb nach passenden Lösungen gesucht.

Eine mögliche Massnahme gegen die vielen Baumausfälle könnten sogenannte Folientunnel sein. Dabei wird – wie auch bei anderen Obstsorten – eine Plastikfolie über die Aprikosenbäume gespannt. Auf einen solchen Folientunnel setzt auch Aprikosenbauer Werner Stadler aus Langrickenbach: «Wir erhoffen uns, dass die Bäume so länger gesund bleiben.»

Aprikosenbauer Werner Stadler aus Langrickenbach
Legende: Das Stahlgerüst für den Folientunnel steht auf dem Hof von Werner Stadler in Langrickenbach bereit. SRF

Durch die Folie sind die Pflanzen besser vor Kälte und der Witterung geschützt, es muss weniger Pflanzenschutzmittel eingesetzt werden und die Früchte können optimal ausreifen. Auch beim BBZ Arenenberg laufen Versuche mit dem Folientunnel.

Aprikose bleibt im Thurgau ein Nischenprodukt

Auch wenn die Probleme rund um den Aprikosenanbau im Kanton Thurgau gelöst werden können, ist mit einer flächendeckenden Aprikosenproduktion nicht zu rechnen. «Das bleibt eine Nische», sagt Urs Müller. Gerade aber im Zuge der klimatischen Veränderungen könnten alternative Obstsorten für die Produzenten interessant werden.

Derzeit werden Aprikosen im Kanton Thurgau auf einer Fläche von rund 15 Hektaren angebaut. «Ich kann mir vorstellen, dass es irgendwann 50 Hektaren sind», so Müller. Zum Vergleich: Die Anbaufläche für Äpfel beträgt im Kanton Thurgau rund 1000 Hektaren.

Regionaljournal Ostschweiz, 17:30 Uhr;

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