Tiefe Zinsen belasten Raiffeisen-Banken

Die Bankgruppe Raiffeisen hat im ersten Halbjahr weniger Gewinn eingefahren als im Vorjahreszeitraum. Vor allem das schlechtere Handelsgeschäft sorgte für den Rückgang um sieben Prozent.

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Bildlegende: Raiffeisen blickt auf ein wenig erfreuliches erstes Halbjahr 2016 zurück. Keystone

Raiffeisen – die drittgrösste Schweizer Bank hinter den beiden Grossbanken UBS und CS – verzeichnet im ersten Halbjahr noch einen Gewinn von 367 Millionen Franken, 7,1 Prozent weniger als vor einem Jahr.

Tiefe Zinsen belasten

Die Bankengruppe nennt in ihrer Mitteilung zum Geschäftsgang vor allem zwei Gründe für den Rückgang:

  • Erstens hätten sich die stark schwankenden Märkte negativ auf das Handelsgeschäft ausgewirkt. So habe der Brexit-Entscheid die bereits tiefen Zinsen weiter erodieren lassen.
  • Zweitens habe die Gruppe grössere Investitionen getätigt, etwa mit der Einführung der Online-Hypothek und einer Mobile-Payment-Lösung.

In Städten und Agglomerationen zugelegt

Die verwalteten Kundenvermögen beliefen sich per 30. Juni auf 211,7 Milliarden Franken, das entspricht einer Zunahme von 1,4 Prozent. Das für Raiffeisen wichtige Zinsengeschäft legte weiter zu: Hier erzielte die Bankengruppe einen Zuwachs von 1,5 Prozent.

Als besonders robust hätten sich die 270 Genossenschaftsbanken und sechs Niederlassungen von Raiffeisen Schweiz erwiesen. Sie hätten im Marktvergleich hohe Zuwachsraten im Hypothekargeschäft (+2,2 Proeznt auf 162 Milliarden) und bei den Kundeneinlagen (Spargelder) erzielt. Der Marktanteil im Hypothekargeschäft beträgt rund 17 Prozent.

Vor allem in den Städten und Agglomerationen habe Raiffeisen die Wachstumsziele im Zinsengeschäft übertroffen. Hier versucht die Bank seit einiger Zeit, verstärkt Fuss zu fassen.

Vorsichtig im Ausblick

Im Ausblick zeigt sich die Bank zurückhaltend. Sie geht nicht davon aus, das Rekordergebnis des Vorjahres wiederholen zu können. Unter anderem könnten die langfristigen Zinsen weiter sinken und sich damit der Druck auf die Zinsmarge weiter verschärfen.

Davon wäre die traditionell stark im Zinsengeschäft (entgegennehmen und ausleihen von Kundengeldern) verankerte Bankengruppe besonders betroffen.