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Vertrauensbruch oder sinvolle Lösung?
Aus Regionaljournal Ostschweiz vom 10.01.2020.
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TISG erntet Kritik Unmut über Nutzung der Landegg für Asylsuchende

Der Kanton Appenzell Ausserrhoden fühlt sich überrumpelt von der Idee für ein Zentrum für junge Asylsuchende.

Im Sommer 2021 will der Trägerverein Integrationsprojekte St. Gallen (TISG) im heutigen Asylzentrum Landegg in Eggersriet SG ein Zentrum für minderjährige Asylsuchende einrichten. Das heutige Asylzentrum direkt an der Grenze zum Kanton Appenzell Ausserrhoden soll im Frühling 2021 geschlossen werden. So hatten das die beiden Kantone vor zehn Jahren vereinbart.

Kanton und Gemeinde befremdet

«Das ist Wortbruch», sagt der Ausserrhoder Regierungsrat Yves Noël Balmer. «Wenn die St. Galler Gemeinden weiterhin ein Asylzentrum betreiben wollen in der Landegg, können sie das, aber es ist nicht ehrlich.» Erfahren habe er von den Plänen aus den Medien.

Das lief alles verdeckt. Wir hatten nie gespürt, dass da irgendetwas geplant ist.
Autor: Werner MeierGemeindepräsident Lutzenberg

Auch Werner Meier, Präsident der Gemeinde Lutzenberg, die an das Asylzentrum grenzt, ist nicht erfreut: «Das lief alles verdeckt. Wir hatten nie gespürt, dass da irgendetwas geplant ist.» Der Unmut in der Gemeinde sei gross, weil man Probleme mit den neuen Bewohnern befürchtet. «2021 wird das Asylzentrum geschlossen und das ist auch nicht mehr verhandelbar», sagt Regierungsrat Balmer.

«Ausserrhoden hat's versäumt»

Ganz anders sieht das der Gemeindepräsident von Eggersriet und bis letztes Jahr Geschäftsleiter der TISG, Roger Hochreutener. «Die Verträge zwischen den beiden Kantonen galten für eine Zusammenarbeit für das Asylzentrum», argumentiert Hochreutener. Diese Verträge laufen 2021 aus und somit ist die Liegenschaft frei für eine neue Nutzung – zum Beispiel eine Unterkunft für minderjährige Asylsuchende.

Ein Versäumnis sieht Hochreutener derweil beim Kanton Appenzell Ausserrhoden selber: «Vor fünf Jahren wollten wir den Teilzonenplan in Wohn- und Gewerbezone ändern und das Gebiet neu entwickeln.» Dagegen hätte Ausserrhoden das Veto eingelegt und deshalb sei der Teilzonenplan bis heute nicht bewilligt.

Ausserrhoden kann doch nicht die räumliche Entwicklung und die Weiternutzung gleichzeitig blockieren.
Autor: Roger HochreutenerGemeindepräsident Eggersriet

Der Eigentümer der Liegenschaft habe darum bei der Gemeinde Hilfe gesucht: «Ich sagte ihm, ich hätte schon eine Idee, was man in dieser Kurzone machen kann.» Ein Heim für minderjährige Asylsuchende entspreche den heutigen Nutzungsbestimmungen. «Ausserrhoden kann doch nicht die räumliche Entwicklung und die Weiternutzung gleichzeitig blockieren.»

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