Tolle Ernte - schlechte Preise

Die Ernte von Zuckerrüben ist im vollen Gang. Und sie verspricht gut zu werden, fast rekordverdächtig. Doch den Produzenten nützt das wenig. Denn neue Strukturen in der nationalen und internationalen Landwirtschaft drücken den Zuckerpreis nach unten und bedrohen den Anbau.

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Bildlegende: Die Zuckkerrübenernte ist in vollem Gang. Keystone

In der EU wird die Quote für den Anbau von Zuckerrüben demnächst aufgehoben: Die Länder dürfen so viel anbauen, wie sie wollen. «Dies führt dazu, dass der Zuckerpreis in der EU zusammenfällt und in der Folge auch der Preis in der Schweiz», sagt Guido Stäger, Leiter der Schweizer Zucker AG, in der Sendung «Regionaljournal Ostschweiz» von Radio SRF1.

«Anbau könnte sich nicht mehr lohnen»

Aber nicht nur das setzt die Schweizer Zuckerproduzenten unter Druck. Auch die neue Agrarpolitik des Bundes wirke sich negativ aus, sagt Stäger:

Die Zuckerrüben erhielten nicht mehr so viel Unterstützungsbeiträge aus Bern. «Hält diese Entwicklung an, könnte sich der Anbau bald nicht mehr lohnen.»

Auswege aus der schwierigen Situation gebe es aber. Die Landwirtschaftpolitik könne überarbeitet und angepasst werden. Zudem könne sich international gesehen der Zuckerpreis mittelfristig auch wieder erholen.

Nämlich dann, wenn aufgrund des niedrigen Preises die Produktion zusammenfalle und zu wenig Zucker auf dem Markt sei.