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«Die Drogenkuriere nehmen ein grosses Risiko auf sich»
Aus Regionaljournal Ostschweiz vom 09.01.2020.
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Toter Drogenkurier Bodypacker riskieren ihr Leben für wenig Geld

Der Fall eines toten Drogenkuriers im Kanton St. Gallen zeigt: Auch in der Ostschweiz werden Drogen so geschmuggelt.

Es ist eine Szene wie aus einem Film: Ende Jahr findet ein Spaziergänger an einem Waldbrand bei Kirchberg einen schwarzen Plastiksack. Darin ein toter, nackter Mann. Kurz darauf stellt sich heraus, dass der Mann Drogenkurier war. Er hatte mehrere hundert Gramm Kokain - abgepackt in Fingerlinge - im Körper und starb an einem Darmdurchbruch. Noch weiss die Polizei nicht, woher der hellhäutige Mann stammte, für wen er arbeitete. Die Ermittlungen laufen.

Drogenkuriere auch in der Ostschweiz unterwegs

Der Fall zeigt: Drogentransporte im Körper von Menschen sind auch bei uns Realität. Im Schnitt werden pro Jahr fünf bis zehn Drogenkuriere im Kanton St. Gallen verhaftet. Wie viele tatsächlich unterwegs sind, ist nicht bekannt Die Dunkelziffer dürfte aber um einiges höher sein.

Ein Drogenkurier transportiert laut Eugen Rentsch, Leiter Abteilung Betäubungsmittel bei der St. Galler Kantonspolizei, normalerweise zwischen 500 Gramm und einem Kilo Kokain, abgepackt in Fingerlingen. Diese werden maschinell verpackt, zuerst in Cellophan, dann kommt eine Wachsschicht, zuletzt nochmal eine Plastikschicht. Die Drogenkuriere arhalten für den Transport zwischen 1000 und 2000 Dollar, sagt Rentsch.

Platzt ein Fingerling, ist der Drogenkurier innerhalb von 20 Minuten tot.
Autor: Eugen RentschChef Bebäubungsmittel

Meistens werden sie von den Drogenbanden in den Armenvierteln Südamerikas rekrutiert - und dann geschult. «Sie müssen lernen, die Fingerlinge, die etwa fünf Zentimeter lang und zwei Zentimeter breit sind, zu schlucken.» Dann folge der Transport nach Europa. Dabei dürften die Kuriere weder essen noch trinken, damit die Verdauung nicht einsetze und die Pakete ausgeschieden werden. «Passiert dies doch, müssen die Kuriere die Fingerlinge auffangen und nochmals schlucken», sagt Rentsch.

Das Risiko, das die Drogenkuriere beim Transport auf sich nehmen, ist gross. «Platzt ein Fingerling, sind sie innerhalb von 20 Minuten tot», so Rentsch weiter.

Über eine Milliarde Umsatz mit Drogen

Wie viel Kokain jährlich in der Ostschweiz und der Schweiz verkauft wird, dazu gibt es keine genauen Zahlen. Der Umsatz, welcher mit Heroin und Kokain erzielt wird, beläuft sich laut Rentsch in der Schweiz auf rund eine Milliarde Franken. Der Grossteil des Kokains kommt von Südamerika über den Seeweg nach Europa, der Rest über den Luftweg - in Frachträumen von Flugzeugen oder über Kuriere.

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Kokain fürs Volk? - Arena Diskussion über Drogenlegalisierung
Aus Arena vom 15.11.2019.
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